04.05.2021 /
Vietnam
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Vietnam: Eine Familie weigert sich, ihrem Glauben abzuschwören

In ländlichen Gebieten in Vietnam sind viele Konvertiten Tag für Tag mit der Feindseligkeit der Bevölkerung konfrontiert. Das Beispiel von A Dhon und seiner Familie ist eindrücklich.

Seinen Glauben an Jesus Christus in einem vietnamesischen Dorf zu leben, ist eine tägliche Herausforderung. Die Verfolgung hat viele Facetten, wie beispielsweise physische Gewalt oder Erpressung.

»Verleugne Gott oder du wirst vertrieben«

Im März wurde A Dhon ein Ultimatum gestellt. Das ganze Dorf versammelte sich, um über seinen Fall zu diskutieren. Dann boten ihm die Dorfältesten an: »Du bekommst deine staatlichen Leistungen wieder, Geld, um Kühe oder Schweine zu kaufen und dein Haus zu reparieren. Deine Kinder werden wieder zur Schule gehen, alle ihre Ausgaben werden von der Regierung übernommen – vorausgesetzt, du schwörst dem Glauben schriftlich ab. Andernfalls wird dein Haus zerstört und du wirst vertrieben werden.«
Daraufhin antwortete A Dhon: »Meine Familie und ich haben Euch nie Unrecht getan. Ich habe das Recht, meine Religion zu wählen. Seit meiner Bekehrung habe ich Alkohol und Glücksspiel aufgegeben, ich bin ein besserer Ehemann. Warum meinen Glauben verleugnen?«
Wütend begannen die örtlichen Behörden und Dorfbewohner, ihn zu schlagen.

Verfolgt nach Bekehrung

Sobald sie konvertierten, wurden A Dhon, seine Frau Y Mae und ihre Kinder von ihrer Dorfgemeinschaft verfolgt. Ihre Ernte wurde zerstört, Y Mae verlor ihre Arbeit, ihre beiden Söhne wurden von der Schule verwiesen und ihre Schweine vergiftet. Jede Nacht werfen die Dorfbewohner Kuhmist in ihr Haus, was sie wach hält.
Die Dorfvorsteher sagten ihnen deutlich: »In diesem Dorf wird eure Familie weder Frieden noch Sicherheit kennen, solange ihr weiterhin an Gott glaubt.«

A Dhon argumentierte, dass dies gegen die Religionsgesetze in Vietnam verstoße. Ein Gesetz, das allerdings sehr theoretisch bleibt, besonders für Konvertiten in den ländlichen Gebieten des Landes: »Hier zählt nur das Gesetz des Dorfes«, wurde ihm gesagt.