03.04.2020 /
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Usbekistan: Mehr Freiheit dank Corona

Die COVID-19-Pandemie hat sich nun auf der ganzen Welt ausgebreitet und beunruhigt die Menschen. Sie kann aber auch positive Überraschungen mit sich bringen, wie die Christen in Usbekistan bezeugen.

In Zentralasien ist Usbekistan das Land, in dem die Christen am stärksten unterdrückt werden. Dieses Jahr liegt es auf Platz 18 des Weltverfolgungsindex. Zwar ist die Religionsfreiheit in der Verfassung verankert, doch in der Realität existiert sie nicht. Die Kirchen werden von den Behörden streng kontrolliert, es kommt häufig zu Polizeirazzien. Aber das hat sich geändert, seit die Epidemie aufgetreten ist.

Usbekistan hat seine Grenzen ebenfalls geschlossen und eine strenge Ausgangssperre verhängt. Die Straßen in den Städten sind fast leer, öffentliche Verkehrsmittel gibt es keine mehr. Die Gottesdienste sind untersagt und finden, wenn immer möglich, online statt. Überraschenderweise haben die Behörden die Christen aufgefordert, sich zu Hause und in den Familien zu versammeln, was zuvor absolut verboten war! Ein wahres Geschenk des Himmels für die kleinen Kirchen, die nicht offiziell registriert und gewöhnlich der strafrechtlichen Verfolgung ausgeliefert sind.

Nur die großen Supermärkte und Märkte werden noch betrieben. Aber wie überleben? Der Großteil der Bevölkerung hat keine Arbeit und somit kein Einkommen mehr und erhält keinerlei staatliche Unterstützung. So haben etwa Christen einer Ortsgemeinde Lebensmittel gekauft, um den armen Familien in ihrem Stadtteil ein Lebensmittelpaket zu schenken. Diese Hilfsaktion hat viele Menschen berührt: In einer Woche haben zehn Personen ihr Leben Jesus anvertraut. Einer dieser Christen erklärt: »In einer so schwierigen Zeit müssen wir sehr weise und vorsichtig sein und alle Sicherheitsregeln befolgen. Aber wir wollen uns nicht ängstigen und uns nicht verstecken. Wir wollen unseren Mitmenschen Licht und Hoffnung bringen, die Liebe Gottes übermitteln und die Bedürftigen unterstützen.«

Eine Geldstrafe droht, wenn man das Haus ohne Maske verlässt. Deshalb kauften andere Christen rund hundert Masken, verteilten sie kostenlos auf der Straße und verkündeten gleichzeitig das Evangelium.

In den Nachbarländern sieht die Situation sehr ähnlich aus. Auch hier starten die Christen kreative Initiativen, um die eingeschränkte und besorgte Bevölkerung zu unterstützen. In Kasachstan sehen sich die Leute zum Beispiel mit Interesse christliche Filme an, die online gestellt wurden. Viele sagen, dass es ihnen dadurch bedeutend besser geht. Die Christen in Kirgisistan beten online oder in kleinen Gruppen zu Hause. Sie helfen den Ärmsten ebenfalls mit Lebensmittelpaketen. In Russland beteten an den beiden vergangenen Sonntagen die Christen der meisten Kirchen gemeinsam für das Land und die Welt. Die Christen in Turkmenistan sind dagegen traurig: Die Behörden informieren die Bevölkerung nicht und niemand weiß wirklich, wie ernst die Lage ist. Die Menschen sind in Panik.

Das Virus, das so vieles durcheinander gebracht hat, hat auch zur Einheit unter den verfolgten sowie den freien Christen beigetragen. Beten wir im Einklang mit den Christen in Zentralasien und nutzen wir jede Gelegenheit, um die Liebe Gottes mit unseren Mitmenschen zu teilen.