13.11.2018 /
Türkei
/ news

Türkei: Kanadischer Missionar vertrieben

David Byle war aufgefordert worden, die Türkei innerhalb von 15 Tagen zu verlassen. Er ging am 25. Oktober 2018. Er wurde wegen seiner christlichen Aktivitäten als Bedrohung für die nationale Sicherheit angesehen.

David Byle, ein Christ und Evangelist aus Kanada, wurde aus der Türkei vertrieben. Er wurde am 13. Oktober verhaftet und dann über Nacht von der Polizei in Ankara, der türkischen Hauptstadt, festgehalten. Dem Missionar war befohlen worden, die Türkei innerhalb von 15 Tagen zu verlassen. Er ging am 25. Oktober 2018.

«Es war schmerzhaft»

Byle sagte, es sei «schmerzhaft» für ihn und seine Familie gewesen, sich der anhaltenden Einschüchterung durch die türkischen Behörden für mehrere Jahre zu stellen und als Bedrohung der öffentlichen Ordnung und der nationalen Sicherheit dargestellt zu werden.

Im Prozess gegen David Byle in erster Instanz kam das Gericht zu dem Schluss, dass seine «christlichen Propagandaaktivitäten über die üblichen Riten hinausgehen» und dass sie eine Bedrohung für andere Religionen darstellen könnten.

Im Februar 2017 setzte das türkische Verfassungsgericht seinen Ausweisungsbeschluss aus. Die türkische Regierung sah darin jedoch eine Bedrohung für die öffentliche Ordnung und die nationale Sicherheit. Er konnte somit jederzeit des Landes verwiesen werden.

Jahrelanger Rechtsstreit

Der Evangelist David Byle lebte 19 Jahre in der türkischen Hauptstadt Istanbul. Als langfristig Aufenthaltsberechtigter wurde Byle mehrfach von der Strafverfolgung festgehalten und wegen seiner Beteiligung an christlichen Aktivitäten mit Mitgliedern türkischer Kirchen stundenlang verhört. Er wurde 2007 wegen «Straßenevangelisation» verhaftet. Er wurde dreimal fast aus dem Land abgeschoben und musste mehrere Monate im Ausland verbringen, um die türkischen Visabestimmungen einzuhalten.

Die letzte Verhaftung von David Byle erfolgte am Morgen nach der Freilassung von Pastor Andrew Brunson am 12. Oktober 2018.

Laut dem Verband der Evangelischen Kirchen in der Türkei haben sich die Fälle von Vertreibungen, Verweigerung von Aufenthaltsvisa und repressiven Einschüchterungspraktiken gegen in der Türkei lebende nicht-türkische protestantische Christen in den letzten zwei Jahren vervierfacht.