19.11.2019 /
Syrien
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Syrien: Zwei Priester ermordet

Am Montag, 11. November, wurden in Nordsyrien zwei Priester ermordet, die einer Kirche in der Region angehörten.

Diesen Montag waren Hovsep Petoyan und sein Vater Abraham Petoyan – beide waren Priester (in der armenisch-katholischen Kirche können Priester heiraten) – , in Syrien auf dem Weg zu einer Kirche in der Provinz Deir-Ezzor, als Angreifer ihr Auto beschossen. Sie wurden beide getötet und der Diakon, der sie begleitete, Fadi Sano, wurde verwundet. Für den Doppelmord übernahm der Islamische Staat IS die Verantwortung.

Hovsep Petoyan war Teil der armenisch-katholischen Kirche in der Stadt Quamischli im Nordosten Syriens.

Anschläge mit Autobomben

Am selben Tag explodierten in der gleichen Stadt Quamischli, in der Tausende von Christen leben, drei Autobomben. Die Angriffe fanden in der Nähe einer Schule, eines Marktes und eines Cafés statt, die Anrainer blieben in Angst vor weiteren Angriffen zurück.

Christ zu sein bedeutet, in Gefahr zu sein

Die Situation ist für die Christen in dieser und in anderen Städten im Norden Syriens seit den Angriffen der türkischen Armee gefährlich. Ishak Bassam, Präsident des «National Council of Syriacs» in Syrien, erzählt, wie armenische und syrische Christen ständig mit Einschüchterungen und anderen Verletzungen ihrer Rechte konfrontiert werden.

In Ras-Al-Ayn verhindern pro-türkische Kräfte, dass Christen ihr eigenes Land betreten und Baumwolle ernten, was ihre Haupteinnahmequelle ist. Christen leben in Angst, sind ressourcenschwach und fragen sich, ob sie in einem Gebiet bleiben sollen, das in die Hände von Islamisten gefallen ist.

Auf dem Weg zu einer neuen Verfassung?

Aber die Situation kann sich ändern. Derzeit treffen sich in Genf 45 Vertreter von Regierung, Opposition und Zivilgesellschaft, um eine neue Verfassung für das Land zu erarbeiten. Geir Pedersen, der UN-Gesandte, der diese Gespräche leitet, hofft, dass sie zu Reformen, Wahlen und sogar Friedensabkommen führen werden. «Nach acht Jahren Krieg, tiefen Gräben und viel Misstrauen war es beeindruckend, dass Vertreter der verschiedenen Parteien respektvoll miteinander umgegangen sind und miteinander gesprochen haben.»