15.04.2020 /
Syrien
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Syrien: Eine tiefgehende Osterfeier wegen der Einschränkungen?

Ostern 2020 wird in Erinnerung bleiben. Keine Gottesdienste, kein Familienfest ... Und in Syrien? Zwei Pastoren erzählen, wie ihre Gemeinden diese Zeit erleben.

Im Nahen und Mittleren Osten hängen die christlichen Minderheiten sehr an den Osterfesten. Es ist einer der seltenen Momente, in denen sie ihren Glauben öffentlich zum Ausdruck bringen können. In Syrien werden nun fast alle kirchlichen Aktivitäten über das Internet abgewickelt.

Pastor George (Name geändert) lebt in Latakia, dem antiken Laodicea, das an der Westküste Syriens liegt. Die Stadt ist noch nicht von Covid-19 betroffen, aber das Gebäude seiner evangelischen Gemeinde wurde vorsorglich geschlossen.

Zu den Grundlagen zurückkehren

Ostern unter solchen Einschränkungen ist für ihn auch eine Gelegenheit, zu den Grundlagen zurückzukehren: »Ehrlich gesagt erwarte ich, dass Covid-19 das Feiern von Ostern vertiefen wird. Ostern ist allzu oft gleichbedeutend mit schöner Kleidung und gutem Essen. Aber jetzt haben wir die Gelegenheit, über die wahre Bedeutung von Ostern nachzudenken.«

Nun falle der Blick vermehrt auf die wahre Bedeutung: »Wir können uns mit der Realität der Auferstehung Jesu beschäftigen, weit entfernt von all den unwichtigen oberflächlichen materialistischen Dingen.«

Via Internet übertragen

Pastor George verbringt viel Zeit damit, die Gemeindemitglieder online zu ermutigen, auch wenn die Internetverbindung nicht immer gut ist.

Der Pastor hält zudem auch über WhatsApp den Kontakt mit der Gemeinde. »Ich habe eine Gruppe für fast alle geschaffen. Ich schicke ihnen jeden Tag eine Morgenandacht, Loblieder und Gebete. Dank des Internets haben wir eine gute Möglichkeit, miteinander zu kommunizieren und nicht weit voneinander entfernt zu sein. Eine gute Sache ist, dass ich durch WhatsApp Menschen, die neu im Glauben sind, persönliche Aufmerksamkeit entgegenbringen kann.«

Ostern online

Pastor David (Name geändert) leitet eine Kirche in Südsyrien. Er erzählt: »Leider können wir Ostern nicht mehr wie früher in der Gemeinde feiern. Aber wir lassen uns dadurch nicht unsere Freude über diesen glorreichen Anlass berauben. Wir führen alle unsere kirchlichen Aktivitäten online durch. Eine der größten Herausforderungen ist die schwache Internetverbindung. Darüber hinaus verfügen einige Mitglieder nicht über moderne Telefone, und natürlich machen wiederholte Stromausfälle in den meisten Gebieten die Kommunikation mit einigen Mitgliedern unmöglich. Wir schicken ihnen dann Voicemails.«

Die beiden Pastoren sind sich in einer Sache einig: Ostern und die Isolation sind zu nutzen, um Zeit mit Gott und der Familie zu verbringen.