17.09.2021 /
Syrien
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Syrien: Der Sohn eines Scheichs wird ein Kind Gottes

Anwar* ist ein junger Syrer, der von seiner Familie und seiner Gemeinschaft verstoßen wurde, weil er Christ wurde. Aber seine Hoffnung liegt in Jesus.

Anwar* (im Bild) ist 25 Jahre alt. Er stammt aus einer sehr religiösen Familie, die einer alawitischen Gemeinschaft in Syrien angehört. Sein Vater ist deren Scheich, das religiöse Oberhaupt. Doch Anwar fand in Jesus Christus den Weg, der zu Gott führt.

Einsam und niedergeschlagen

Anwar denkt an seine freudlose Kindheit zurück: »Ich hatte nicht viele Freunde, ich verbrachte viele Stunden mit meinem Handy. Ich war auch sehr religiös, ich betete mit meinem Vater und imitierte seine Gesten.«

Er erinnert sich noch an seine Enttäuschung als Jugendlicher, als er mehr über seine Religion erfahren wollte: Nur ältere Männer, die in die Geheimnisse der alawitischen Lehre eingeweiht sind, erlangen eine tiefere Kenntnis. Anwar wurde immer wieder vertröstet und musste warten.

Er besuchte das College, doch dann kam der Krieg und seine körperliche und geistige Gesundheit verschlechterte sich rapide. Der junge Mann fiel in Depression und es schien ihm, dass er weder Zukunft noch Hoffnung hatte. Er wollte seinem Leben ein Ende setzen.

Wiedergefundene Freude

Aber Gott hatte einen anderen Plan für Anwar. Eine junge Christin erzählte ihm von Jesus, doch er war anfangs sehr skeptisch. Allmählich ließ er sich dennoch von der Liebe Gottes berühren. Anwar begann, in seinem Zimmer zu beten, in der Bibel zu lesen und sich Predigten und Lobpreissongs anzuhören. In Jesus fand er neue Lebensfreude.

Seine Bekehrung war nicht ohne Risiko: »Falls sie die Wahrheit herausfinden würden, war ich in Gefahr. Man konnte mich töten oder wegjagen, enterben und verstoßen.« Seine Befürchtungen bestätigten sich: Als seine Familie herausfand, dass er zur Kirche ging, wurde Anwar von zu Hause fortgeschickt.

Ein neuer Anfang

Obwohl ihn seine Familie wegen seines Glaubens abwies, hielt Anwar an Gott fest. Durch seine christliche Bekannte fand er eine Unterkunft und Arbeit in einem Hoffnungszentrum. Er hat auch eine neue Familie gefunden: die Kirche.

Aus dem traurigen und zurückhaltenden Anwar ist ein begeistert strahlender junger Mann geworden. Er bereut seine Entscheidung nicht: »Jesus ist alles für mich: mein Bruder, mein Wegbegleiter, mein bester Freund. Jesus hat mir wirklich das Leben gerettet. Als ich mein Leben beenden wollte, gab er mir Hoffnung für die Zukunft.«

Und er ermutigt uns: »Ich sage allen, die Ӓhnliches erleben: Habt Mut und vertraut auf den Herrn, es lohnt sich wirklich!«

Zentren, die Hoffnung vermitteln

Über zehn Jahre Krieg haben Syrien zugrunde gerichtet. In Partnerschaft mit der Kirche vor Ort eröffnet Open Doors lokale Hoffnungszentren, damit Menschen wie Anwar neuen Mut fassen. Seit 2017 sind in 15 Städten 40 Zentren entstanden und mehr als 9000 Familien wurden unterstützt.

In ganz Syrien haben unsere Mitarbeitenden die Gründung von Kleinunternehmen gefördert. Auf diese Weise können viele, die während der Krise ihre Arbeit verloren haben, ihre Familien versorgen.

* Name geändert

 

Schauen Sie das Video an: Anwar erzählt seine Geschichte