30.01.2019 /
Sudan
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Sudan: Europäisches Parlament verurteilt die Verfolgung von Christen

Während einer Debatte über den Sudan im Europäischen Parlament in Straßburg haben sich mehrere Abgeordnete für verfolgte Christen eingesetzt.

«Ich fordere ein Ende der Christenverfolgung, die mit staatlicher Unterstützung geschieht», sagte ein irischer Abgeordneter während einer Debatte im Europäischen Parlament über Fälle von Menschenrechtsverletzungen im Sudan. Diese Debatte folgte den jüngsten Ereignissen in diesem ostafrikanischen Land: Das autoritäre Regime von Präsident Omar al-Bashir reagierte mit Gewalt auf Demonstrationen gegen steigende Preise in seinem Land und tötete mehrere Dutzend Menschen.

«Der Sudan wendet das Scharia-Gesetz an und verfolgt Christen»

Während der Debatte über die Verbrechen und den Autoritarismus des Regimes haben einige Parlamentarier die Situation der Christen nicht vergessen. Einer von ihnen, der estnische Europa-Abgeordnete Kelam, zitierte in seiner Rede sogar die Ergebnisse des Weltverfolgungsindex von Open Doors: «Wir verurteilen die staatlich genehmigte Verfolgung von Christen und die Schließung und Zerstörung von Kirchen.» Der Abgeordnete fügte hinzu: «Muslime, die zum Christentum konvertieren, riskieren die Todesstrafe für Abtrünnigkeit.»

Eine gemeinsame Resolution, die Open Doors zitiert

Im Anschluss an die Debatte stimmten die Mitglieder der verschiedenen Parteien für eine gemeinsame Entschließung. Während sie sich mehr auf die neuesten Entwicklungen konzentriert, wird auch die Situation der Christen erwähnt, indem die Ergebnisse unseres Index 2018 genannt werden:

«Das Europäische Parlament,

-unter Hinweis auf seine früheren Entschließungen zum Sudan, insbesondere die vom 31. Mai 2018(1), 15. März 2018(2), 16. November 2017(3) und 6. Oktober 2016(4),

[…]

in der Erwägung, dass der Sudan auf der von Open Doors International erstellten Liste der Länder, in denen es nicht gut ist, Christ zu sein, im Jahr 2018 an vierter Stelle steht; in der Erwägung, dass sich andere religiöse Minderheiten und Atheisten in einer ebenso schwierigen Situation befinden;

[…]

bedauert die Verfolgung von Christen, anderen Religionen und Atheisten mit Zustimmung des Staates sowie die Schließung und Zerstörung von Kirchen; bekräftigt, dass die Religions-, Gewissens- oder Glaubensfreiheit ein universelles Menschenrecht ist, das überall und für alle geschützt werden muss.»

Sudan weiterhin in Top-10

Auf dem Weltverfolgungsindex 2019 belegt der Sudan nun den 6. Platz. Er verliert zwei Plätze in der Rangliste, nur weil sich die Situation in anderen Ländern verschlimmert. Der Sudan hat den gleichen Verfolgungswert wie im Vorjahr.