22.05.2019 /
Sri Lanka
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Sri Lanka: Vier Wochen nach den Anschlägen immer noch in Alarmbereitschaft

In Sri Lanka sind die von den Osterangriffen betroffenen Kirchen nach wie vor geschlossen. Die Behörden befürchten weitere Terroranschläge.

Vor vier Wochen erschütterte eine Welle tödlicher Angriffe Sri Lankas am Ostersonntag.

Auch heute ist das Land in höchster Alarmbereitschaft, weil die Behörden weitere Angriffe befürchten. Armee, Polizei und Sicherheitsdienste sind im ganzen Land auf der Suche nach Terroristen, Sprengstoff und Waffen.

Einige Kirchen sind noch geschlossen, andere Gläubige beten gut bewacht inmitten von Scharfschützen. Dies ist der Fall bei der Evangelischen Zion-Kirche in der Stadt Battacaloa, wo bei einem der Selbstmordanschläge 29 Menschen getötet wurden, darunter 14 Kinder, und rund 100 Verletzte.

Seit dem Angriff haben sich die Gemeindemitglieder in einem Nachbarhaus versammelt, dessen Sicherheit verstärkt wurde: Scharfschützen auf dem Dach, bewaffnete Männer um das Gebäude herum, vor ihnen parkende Militärfahrzeuge. Die Eintretenden sollen nur ihre Bibel und ihren Personalausweis bei sich haben, Taschen sind nicht erlaubt. Ein Christ sagt uns: «Wir haben das Gefühl, dass wir den Bürgerkrieg oder den Tsunami von 2004 noch einmal erleben. Alles ist so verwirrend.»

Allianz reagiert

Die Evangelische Allianz von Sri Lanka, eine Organisation von mehr als 200 Kirchen und christlichen Organisationen, hat sich mobilisiert, um auf die dringenden Bedürfnisse der Opfer zu reagieren. Sie übernimmt die medizinischen Kosten für Verletzte, leistet posttraumatische Unterstützung und finanzielle Hilfe für Familien, die nach dem Tod des Vaters kein Einkommen mehr haben.

Am 21. April 2019, Ostersonntag, erschütterten 8 Terroranschläge des Islamischen Staat IS Sri Lanka. Drei Kirchen und drei Luxushotels wurden in Colombo, Negombo und Batticaloa von einer Reihe koordinierter Selbstmordanschläge angegriffen, später folgten zwei Explosionen in einem Gästehaus in Dehiwala und einem Gebäudekomplex in Dematagoda. 257 Menschen, darunter 45 Kinder, wurden getötet und 500 verletzt.