23.04.2021 / news

Sri Lanka: Debbie und Rebekah - 2 Jahre nach den Anschlägen

Als ein Selbstmordattentäter am Ostersonntag 2019 die Zion Church angriff, verlor Debbie beide Eltern und ihr Augenlicht. Rebekah, Debbies Tante, erlitt schwere Verbrennungen am ganzen Körper und musste sich zahlreichen Operationen unterziehen. Zwei Jahre nach dem Anschlag besuchten die lokalen Partner von Open Doors sie erneut.

Bei ihrem letzten Besuch in Debbies Zuhause fanden die Partner von Open Doors das achtjährige Mädchen im Schneidersitz in ihrem Wohnzimmer sitzend vor, mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht.

Debbies Zustand hatte sich seit ihrem letzten Besuch sichtlich verbessert. Als das Team Debbie das erste Mal traf, konnte sie noch nicht wieder richtig gehen, da sie sich immer noch von ihren Verletzungen erholte und auf ihre Tanten und Großeltern angewiesen war, die sie durch das Haus trugen. Bei den nächsten Besuchen nahmen unsere Partner wahr, dass Debbie stärker und selbstbewusster wurde.

Zwei Jahre nach ihrer Verletzung war Debbie nun stark genug, um den Besuchern ein Lied mit Bewegungen vorzusingen, und konnte sich im Haus gut alleine bewegen. Sie bastelte sogar ein Papierboot für das Team.

Als sich unsere Partner im Haus umsahen, bemerkten sie sofort, dass die Möbel an eine andere Stelle gerückt worden waren. "Ist Rufus damit einverstanden, dass die Möbel jetzt umgestellt werden?« , fragte einer von ihnen, weil er sich daran erinnerte, dass Rufus, Debbies älterer Bruder, darauf bestanden hatte, dass sie alles in ihrem Haus genau so lassen, wie seine Mutter es hinterlassen hatte, bevor sie starb. "Es geht ihm jetzt gut«, antwortete der Onkel. "Er ist im Moment in der Schule.«

Zurück in die Schule

Auch Debbie wird bald wieder in die Schule gehen. Ihre Familie hatte auch einen Lehrer organisiert, der ihr die Blindenschrift beibringt. »Diese Lehrerin ist ebenfalls blind, und sie arbeitet als Übersetzerin an der Universität«, erklärte Debbies Tante.  Debbie freut sich darauf, wieder zur Schule zu gehen, sobald das neue Schuljahr beginnt.

Rebekah, Debbies Tante, kam herein und begrüßte das Team sehr herzlich. Rebekah hatte bei der Bombenexplosion schwere Verbrennungen am ganzen Körper erlitten. In den Monaten nach den Anschlägen hatte sich Rebekah zahlreichen Operationen unterziehen müssen. »Ich muss noch einige Operationen an meiner linken Hand und an meinem Fuß durchführen lassen«, sagte sie. »Sie sollten eigentlich schon letztes Jahr gemacht werden, aber wegen der Coronavirus-Situation im Land mussten sie verschoben werden. Hoffentlich kann ich sie dieses Jahr machen lassen.«

Aufgrund ihrer Verbrennungen kann Rebekah die Finger ihrer linken Hand immer noch nicht bewegen. »Die Ärzte haben gesagt, dass meine Finger nicht mehr so gut funktionieren werden wie früher, aber ich werde sie nach der Operation ein bisschen mehr bewegen können als jetzt.«

Rebekah war eine Sonntagsschullehrerin an der Zion Church und war zum Zeitpunkt der Explosion mit Verlini, ihrer Schwester und Debbies Mutter, im Büchershop der Kirche gewesen. Ihre Verletzungen hatten sie für eine lange Zeit an ihr Haus gefesselt. »Durch die Gnade Gottes konnte ich meine Arbeit in der Gemeinde wieder aufnehmen«, erklärte Rebekah. »Ich unterrichte wieder die Kinder und besuche auch Kurse in der Bibelschule.«

Verlini hatte in ihrem Haus Kinderstunden für Kinder aus ihrer Nachbarschaft geleitet. Über ein Jahr lang nach ihrem Tod hatte der Sonntagsschulunterricht in ihrem Haus nicht wieder begonnen. Rufus hatte seine Tanten immer wieder gebeten, die Kinderstunden wieder so zu machen, »wie Amma es früher tat.«Nach zwei Jahren hatten Rebekah und ihre Schwester begonnen, wieder Sonntagsschulunterricht in ihrem Haus abzuhalten, was für Rufus ein großer Trost war.

Während sie noch einen langen Weg der körperlichen Genesung vor sich haben, werden Rebekah und Debbie emotional und geistlich immer stärker.