08.10.2021 /
Syrien
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Open Doors-Tag: Tiefer Glaube durch Verfolgung

Am vergangenen Wochenende fanden unsere jährlichen OD-Tage in Wien und Linz mit rund 150 Besuchern statt. Herzlichen Dank, wenn Sie dabei waren und sich Zeit genommen haben, die Geschichten verfolgter Christen zu hören! Hier berichten wir Ihnen nun einige Highlights aus dem Programm zur Situation unserer Geschwister in Syrien, Irak und Türkei. Außerdem finden Sie Ausschnitte aus dem Programm laufend auf YouTube.

Christen auf verschwindende Zahl geschrumpft

Vor etwa hundert Jahren waren ein Viertel der Bevölkerung Kleinasiens Christen. Heute machen sie gerade noch 0,3% in diesem östlichen Teil der Türkei aus. In Syrien und Irak wurde die Zahl der Christen im Land vor allem in den vergangenen zehn Jahren massiv dezimiert, durch Krieg, gewaltsame Vertreibung und extreme Verfolgung. Oft blieb nur mehr die Flucht.

Wie ist es dennoch möglich, unter solchen Bedingungen nicht nur zu überleben, sondern Kirche zu bauen? Wie können Christen all diese Angriffe und Bedrohungen aushalten?

William* lebte selbst viele Jahre in Zentralasien und schließlich im Irak. »In erster Linie können wir vom Glauben unserer Geschwister in Syrien, Irak und Türkei lernen. Mein Freund, Pater Athanasius, sagte mir: ›Wenn Gott nicht mit uns wäre, gäbe es keine Kirche mehr im Nahen Osten.‹«

Bibel ist lebenswichtig

Nach der Ermordung ihres Mannes blieb Suzy alleine mit ihren beiden Kindern zurück. Dich sie gab nicht auf, sondern begann vor einigen Jahren, Bibeln auf Mikro-SD-Karten zu kopieren und zu verteilen. Unser Partner hatte vor einem Jahr den Impuls, einen alten Mann auf der Straße in Erbil im Namen Jesu zu begrüßen. Der Mann begann sofort zu weinen und erzählte, dass er zwei Jahre zuvor eine SD-Karte erhalten hatte und dadurch Jesus kennengelernt habe. Er erzählte seinen Nachbarn davon, jetzt leitet er 20 Hausgemeinden.

»In Syrien, Irak und Türkei wirst du zu einem Ziel, wenn du ein Kreuz trägst, dennoch begegnet man kaum einem Christen, der nicht eine Ketter mit Kreuzanhänger oder ein entsprechendes Tattoo trägt«, sagt William. »Der Glaube unserer Geschwister wird durch Leid und Verfolgung nicht einfach herausgefordert, nein, er wird tiefer und sie wachsen in der Liebe zu Jesus.«

Gott lässt uns nicht los

Rimon hat genau das erlebt. Er stammt aus einer syrisch-orthodoxen Familie im Nordosten Syriens. Als Jugendlicher begegnete ihm Jesus ganz persönlich und er erhielt die Berufung, Theologie zu studieren. Als junger protestantischer Pastor erzählte er begeistert von Jesus und taufte innerhalb von drei Jahren rund 100 Menschen, viele davon waren Muslime.

Das erregte das Missfallen der syrischen Geheimpolizei, die ihn verhaftete. Er verbrachte eine Woche in Einzelhaft ohne Tageslicht, wurde wiederholt brutal verprügelt und misshandelt. Rimon war verzweifelt und fühlte sich absolut verlassen von Gott. Unter Zwang unterschrieb er schließlich eine Erklärung, nicht mehr zu predigen, zu taufen, Bibeln zu verteilen oder gemeinsam mit anderen zu beten und sagte sich von Gott los. Wieder in Freiheit, doch schwer traumatisiert, verließ er das Land und fand Zuflucht in Schweden.

Doch Gott ließ ihn nicht los. Eines Tages fragte er eine Frau nach der Bushaltestelle, als sie ihm bis ins Detail den richtigen Weg erklärte. Völlig verdattert fuhr er nach Hause. Als er dieselbe Frau einige Monate später bei einer Konferenz entdeckte, sprach er sie an, wie sie das wissen konnte. Sie erzählte ihm, dass der Heilige Geist ihr diese Dinge gezeigt hatte und eine Botschaft für Rimon aufgetragen hatte: »Hab keine Angst, ich bin bei dir, ich schütze dich und habe einen Plan für dich – hier in Schweden!«

Bis ins Herz getroffen weinte er und übergab sein Leben erneut Jesus. Er fasste neuen Lebensmut und stellte die Weichen, um seine Frau und seine drei Söhne nachzuholen. Er setzte seine Ausbildung fort und ist nun Pastor von zwei Gemeinden in Schweden.

»Ich bin so dankbar, dass Gott mich nicht losgelassen hat. Ich vergesse nie, dass Gott durch diese Frau zu mir gesagt hat: ›Ich bin bei dir, ich schütze dich!‹ Unser Auftrag ist es, Zeugnis für Jesus abzulegen!« schließt Rimon am vergangenen Samstag.

* Namen geändert

 

Videos vom Open Doors-Tag 2021 finden Sie in den kommenden Tagen auf unserem YouTube-Kanal. Abonnieren Sie den Kanal, dann erhalten Sie eine Benachrichtigung über neue Videos.