05.10.2018 /
Nigeria
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Nigeria: Leah Sharibu soll hingerichtet werden

Die radikal-islamische Gruppe Boko Haram droht, die junge Christin Leah Sharibu in Nigeria zu töten. Das Ultimatum endet in zwei Wochen. Wer außer Gott kann ihre Hinrichtung verhindern? Beten wir!

Der Ton der Terroristen ist unmissverständlich: «Wir haben uns an die Regierung gewandt, die uns ignoriert hat. Deshalb diese Blutnachricht. In einem Monat werden die Krankenschwester und die andere Hebamme auf die gleiche Weise hingerichtet, einschließlich Leah Sharibu.»

Sie beziehen sich auf ein Video, das von Boko Haram veröffentlicht und am 18. September an die nigerianische Zeitung «The Cable» geschickt wurde. Es zeigt den Mord an einer 25-jährigen Hebamme, die für das Rote Kreuz arbeitete. Sie wurde am 1. März mit einer Krankenschwester und einer anderen Hebamme nahe der kamerunischen Grenze entführt. Falls die Terrorgruppe ihre Drohung in die Tat umsetzt, könnten Leah (15) und die beiden Frauen am 18. Oktober hingerichtet werden.
 
Leah gehört zu den 110 Mädchen, die am 19. Februar aus einer Schule in Dapchi im Nordosten des Landes entführt wurden. Alle wurden am 21. März freigelassen, außer Leah. Sie weigerte sich, ihren christlichen Glauben zu verleugnen. In einer Nachricht, die sie einer befreiten Kameradin heimlich zustecken konnte, schrieb Leah ihrer Familie: «Ich bin zuversichtlich, dass ich euch eines Tages wiedersehen werde. Wenn nicht hier, dann wird es bei unserem Herrn sein.»

In einer 35-sekündigen Audioaufnahme bat Leah Ende August um Hilfe für sich und ihre Familie. Laut «The Cable» war der Beweis, dass Leah noch am Leben ist, die Voraussetzung für mögliche Verhandlungen zwischen der Regierung und Boko Haram.

«Ich weiß nicht, ob etwas unternommen wird, um unsere Tochter zu befreien. Meine Familie ist sehr betrübt. Wir wissen nicht, was wir tun sollen. Leahs Gefangenschaft macht uns sehr traurig», sagte ihr Vater Nathan in einem Interview mit «Voice of America» am 12. September.

Rebecca Sharibu bittet um Gebt für die Freilassung ihrer Tochter: «Wir sind allen Christen sehr dankbar, die für uns beten, in Nigeria und weltweit. Wir bitten die Christen in hohen Positionen inbrünstig, für Leah einzustehen. Wir fordern die ganze Nation auf, Druck auf die Behörden auszuüben, und wir bitten auch Präsident Buhari einzugreifen.»

Als Reaktion auf die Drohungen von Boko Haram rufen die Kirchen in Nigeria zum Fasten und Beten für die Freilassung von Leah und den beiden anderen Geiseln auf.

Seit ihrem Aufstand, der nun schon neun Jahre andauert, hat die Terrorgruppe Boko Haram den Tod von rund 20.000 Menschen im Nordosten Nigerias zu verantworten. Mehr als zwei Millionen Einwohner mussten vor ihrer Gewalt fliehen. Sie leben in Flüchtlingslagern in Nigeria und Kamerun.