16.07.2019 /
Mali
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Niger und Mali: Unruhen in der Sahelzone schwächen Christen weiter

Im Schatten ethnischer und religiöser Spannungen in der Sahelzone greifen extremistische Gruppen Christen an. Die Regierung ist nicht in der Lage, ihre Bürger zu schützen.

In der Sahelzone nutzen islamische Extremisten jede Gelegenheit, um Zivilisten, insbesondere Christen, anzugreifen. Die Regierung ist kaum in der Lage ihre Bürger zu schützen. Diese Schwäche dient den Extremisten als Propaganda, um neue Anhänger zu gewinnen.

Einige der jüngsten Ereignisse aus der Region:

  • Am 15. Juni wurde im Süden von Niger die Kirche der «Assemblies of God» in der Stadt Maradi niedergebrannt. Im Zentrum des Landes wurden andere Kirchen angegriffen. Diese Attacken geschahen als Reaktion auf die Verhaftung eines Imams, der einen Entwurf eines neuen Religionsgesetzes als «anti-islamisch» bezeichnet hatte.
  • Am 12. Juni erhielten die Christen in den ländlichen Gemeinden von Diffa im Südosten von Niger ein Ultimatum von den Terroristen der Boko Haram: Innerhalb von drei Tagen müssten sie konvertieren oder gehen, sonst würden sie getötet. Etwa fünfzig Menschen suchten Zuflucht in der Stadt Diffa, wo sie durch eine örtliche Kirche betreut wurden. Eine Woche zuvor, am 2. Juni, hatten die Sicherheitskräfte einen Versuch, eine Kirche in Diffa anzugreifen, vereitelt. Der Terrorist wurde vor der Kirche mit einem Sprengstoffgürtel und Waffen verhaftet.
  • Am 9. und 10. Juni wurden in Zentralmali, in der Region Mopti, 102 Christen bei dem Angriff auf ihr Dorf durch bewaffnete Männer getötet. Diese Region ist oft Schauplatz von Zusammenstößen zwischen ethnischen Gruppen, insbesondere zwischen Fulani-Hirten und Dogon-Jägern. Mali, ein überwiegend muslimisches Land, hat seine christliche Minderheit immer toleriert, aber seit dem Bürgerkrieg 2012 haben islamistische Extremisten an Einfluss gewonnen und Christen leben in Angst vor Übergriffen oder Entführungen.

Alpha Barry, Außenminister von Burkina Faso, warnte davor, dass die terroristischen Aktivitäten in der Sahelzone an Bedeutung gewinnen und dass ein «sehr reales Risiko» besteht, dass ein Großteil Westafrikas destabilisiert wird.