23.08.2018 /
Nepal
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Nepal: Gesetz zur Kriminalisierung von Bekehrungen tritt in Kraft

Ein Jahr nach Verabschiedung trat in Nepal nun ein Gesetz in Kraft, das religiöse Bekehrungen und "verletzende religiöse Gefühle" kriminalisiert.

Das nepalesische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das die religiöse Bekehrung kriminalisiert und sogar angewendet werden kann, wenn "religiöse Gefühle verletzt" werden. Die christliche Minderheit im Land ist besorgt, dass dieses neue Gesetz missbraucht wird.

Die christliche Gemeinschaft wird zu Unrecht wegen einer militanten Gruppe angeklagt. Vor kurzem wurde ein Hindu-Priester in der Stadt Virat Nagar in Indien erschossen. Ein zurückgelassenes Flugblatt beschuldigte insbesondere die Hindus, Pro-Indisch zu werden und Bibeln zu zerstören.

Verheerendes Flugblatt

Wegen der Erwähnung des Wortes «Bibeln» werden nun Christen verdächtigt, hinter dieser Gewalt zu stecken. In verschiedenen Städten Nepals werden nun Demonstrationen gegen sie organisiert. Einige Pastoren haben sogar Drohungen erhalten.

Professor Tanka Subedi, Präsidentin des Forums für Religionsfreiheit in Nepal, hob die Probleme hervor, die von einer Gruppe namens "Mongolische Nationalarmee" verursacht wurden.

Diese Gruppe gab eine Pressemitteilung heraus, in der sie sagte, sie würde "alle hinduistischen Tempel und Gräber zerstören und an ihrer Stelle Kirchen bauen". Diese Gruppe erklärte auch, dass Nepal bis 2025 eine christliche Nation werden würde.

Regierung forderte christliche Gemeinschaft heraus

"Diese Gruppe stammt nicht aus der christlichen Gemeinschaft. Aber der Innenminister hat die Christen dafür verantwortlich gemacht", sagt Professorin Tanka Subedi. Und weiter hält sie in einer öffentlichen Erklärung fest: "Ich werde unbeugsam mit ihnen sein, wenn es um Bekehrungen geht."

In diesem offiziell säkularen Land und seit der Verkündung der neuen Verfassung im September 2015 ist die Bekehrung zu einer anderen Religion als dem Hinduismus strafbar; Proselytismus ist verboten.

Christentum wächst

Nach der Verabschiedung des Gesetzes forderte der nepalesische Abgeordnete Lokmani Dhakal den Rückzug von Sektionen, die Bekehrungen kriminalisieren, und erklärte: "Bei der Vorbereitung des Zivilgesetzbuches hat dieses Land vergessen, dass es internationale Verträge zum Schutz der Religionsfreiheit und der Menschenrechte unterzeichnet hat."

Nepal steht auf Platz 25 des Weltverfolgungsindex 2018. Etwa 80 Prozent der 30 Millionen Einwohner sind Hindus. Gleichzeitig ist es schwierig, die Zahl der Christen mit Sicherheit zu schätzen, da die Neubekehrten Angst haben, ihre christliche Zugehörigkeit zu zeigen und weiterhin als Hindus registriert bleiben. Aber auch staatliche Statistiken zeigen eine wachsende christliche Bevölkerung.