14.06.2019 /
Nepal
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Nepal: Der Druck auf die Christen nimmt zu

In den ersten vier Monaten des Jahres wurden in Nepal mindestens 36 Vorfälle von Christenverfolgung gemeldet. Diese Fälle nehmen im Land zu.

Während der ersten vier Monaten wurden von unseren Partnerteams in Nepal 36 Fälle von antichristlicher Verfolgung gemeldet.

Bei der Mehrheit dieser Fälle handelte es sich um verbalen Missbrauch, Beleidigungen und Hassreden gegen Christen. Doch es gab etliche Fälle, in denen stärker angegriffen wurde:

  • Sechs christliche Familien wurden aus ihren Häusern vertrieben.
  • Drei Christen wurden aus der Gesellschaft verbannt.
  • Vier Christen wurden körperlich angegriffen.
  • Zwei weitere wurden von der Polizei verhaftet und inhaftiert.

Diese Zahlen sind umso beunruhigender, als dass sie nur die Spitze des Eisbergs darstellen dürften. Die Kommunikation in Nepal ist schwierig und es ist nicht immer möglich zu wissen, was in abgelegenen Gebieten geschieht.

Verletzung traditioneller Überzeugungen

Wer in Nepal öffentlich erklärt, zum Christentum übergetreten zu sein, wird meist von der Gesellschaft abgelehnt, denn die Bekehrung wird als Verletzung traditioneller Überzeugungen betrachtet.

Vor allem hinduistische Nationalisten gehen gegen Christen vor, weil sie den Hinduismus als die einzige Religion in Nepal betrachten. Darüber hinaus werden sie in ihrem Handeln durch die Ereignisse in Indien ermutigt, wo die neu gewählte Regierungspartei die hinduistische Vorherrschaft fördert und geschworen hat, das Christentum aus dem Land zu verbannen.

Klage wegen Evangeliums-Verbreitung: Bis zu fünf Jahre Gefängnis

Auch wenn Nepal heute ein säkulares Land ist, sind im Strafgesetzbuch Urteile wegen Zwangsbekehrung und dem Verbreiten des Evangeliums vorgesehen. Christen, die über ihren Glauben sprechen, können deswegen jederzeit angeklagt werden. Das «Verbrechen» kann mit bis zu fünf Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 390 Euro bestraft werden.

Dieser Artikel des Strafgesetzbuches, der vor zwei Jahren verabschiedet wurde, wird heute zunehmend gegen Christen und christliche NGOs verwendet, die unter den Ärmsten der Bevölkerung arbeiten.