22.10.2021 /
Myanmar
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Myanmar: Die Armee nimmt weiterhin Kirchen ins Visier

In ihrem Bemühen, den Widerstand zu zerschlagen, greift die Armee in Myanmar gezielt Kirchen an.

In den Bundesstaaten Chin und Kayah (früher Karenni State) werden Kirchen und Christen in Myanmar weiterhin von der Armee angegriffen. Am Abend des 14. September wurde in der Stadt Thantlang im Bundesstaat Chin auf die Baptistengemeinde geschossen. Das Gebäude wurde beschädigt, aber es wurden keine Verletzten gemeldet.

Zerstörte Kirchen

Offenbar handelte es sich um einen Vergeltungsakt: Einige Tage zuvor war ein Armeeposten von lokalen Widerstandsgruppen angegriffen worden. Zwölf Soldaten verloren ihr Leben. Die Zerstörung der Kirche in Thantlang ist der letzte in einer Reihe von Angriffen der Armee auf Kirchen. Bereits im Juni berichteten Kirchenleiter im Bundesstaat Kayah, dass mindestens acht Kirchen zerstört worden seien.

Myanmar befindet sich seit dem Militärputsch vom 1. Februar in einer Krise. Lokale Widerstandsgruppen haben sich organisiert. Ihnen haben sich mehrere ethnische Gruppen angeschlossen, die seit langem für ihre Unabhängigkeit kämpfen. Leider werden bei der Unterdrückung durch die Armee bewaffnete ethnische Gruppen mit ethnisch-religiösen Minderheiten gleichgesetzt. Sie zielt bewusst auf Kirchen und ethnische Christen ab.

Religiöse Minderheiten unter Druck

Ein Christ aus Thantlang sagt: «Die Armee destabilisiert das Land. Sie greifen Christen und Gotteshäuser an, brennen Dörfer und Häuser nieder und töten wehrlose Zivilisten, die nichts mit der Rebellion zu tun haben.»
Bereits im Juni gaben Open Doors und 25 weitere Organisationen, die sich für Religionsfreiheit einsetzen, eine Erklärung ab. Sie schlugen Alarm wegen der Unterdrückung religiöser Minderheiten im Land.