Nachrichten Mosambik | 16 Juli 2020

Mosambik: Die Christenverfolgung nimmt zu

Ein Angriff von Dschihadisten im Norden von Mosambik hat in der lokalen Bevölkerung Panik ausgelöst. 20 Kirchenleiter und über 300 christliche Familien brauchen unser Gebet.

 

 
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Ein Angriff von Dschihadisten im Norden von Mosambik hat in der lokalen Bevölkerung Panik ausgelöst. 20 Kirchenleiter und über 300 christliche Familien brauchen unser Gebet.

Mosambik ist eines der Länder, das kurz vor dem Einzug in den Weltverfolgungsindex steht. Seit mehreren Jahren sind dort zunehmende Vorzeichen der Verfolgung zu beobachten. Heute sind Hunderte von christlichen Familien in Not.

Die islamischen Kämpfer tauchten am vergangenen 27. Juni in großer Zahl in Mocímboa da Praia auf. Sie setzten eine katholische Kirche, eine Mittelschule, das Bezirkskrankenhaus und Dutzende von Häusern, Autos und Geschäften in Brand. Die Angreifer befreiten auch Gefangene aus einem örtlichen Gefängnis, bevor sie die schwarze Flagge des Islamischen Staates hissten. Die Angreifer hatten »eine kurze Konfrontation mit der Polizei und der Armee«. Die Kämpfe dauerten mehrere Stunden. Gemäß Zeugenaussagen war der Boden danach mit Leichen übersät, unter ihnen auch Zivilisten.

Die anhaltende und wachsende Unsicherheit in der Provinz Cabo Delgado entlang der tansanischen Grenze beunruhigt die Bevölkerung stark. Etwa 500.000 Menschen sind Berichten zufolge von der Gewalt betroffen. Ein Hilferuf für 20 Kirchenleiter und über 300 christliche Familien hat Open Doors erreicht: »Bitte betet, dass die Partner vor Ort unseren traumatisierten Geschwistern zu Hilfe kommen können. Sie brauchen dringend Unterstützung unter den durch den Covid-19 erschwerten Umständen.« 

Im Gebiet um Mocimboa da Praia gab es in den letzten Monaten mehrere gewalttätige Vorstöße. Ende März hissten die Angreifer ihre Flagge über dieser Küstenstadt, die sie mehrere Stunden lang hielten. Am 1. April überfielen Dschihadisten vier umliegende Dörfer. Sie brannten eine Kirche in Miangalewa nieder und zerstörten Amtsgebäude in den Dörfern Namacunde, Ntchinga und Moatid. Der bisher tödlichste Angriff fand am 7. April in Xitaxi statt, bei dem 52 Menschen umgebracht wurden. Junge Männer hatten sich geweigert, sich den Angreifern anzuschließen.

Die Gewalttaten begannen im Oktober 2017. Beobachtern zufolge wurden sie durch die Marginalisierung der muslimischen Bevölkerung geschürt, die in diesem Gebiet die Mehrheit ausmacht. Die Regierung, die in den letzten Monaten über 100 Aufständische getötet haben soll, wird der Brutalität gegenüber der Zivilbevölkerung beschuldigt.

Während sich der Islamische Staat zu mehreren dieser Überfälle bekannt hat, weiß man über die Täter nichts Genaueres. Stehen sie mit der islamistischen Terrorgruppe Al Shabaab in Somalia in Verbindung? Es wird auch vermutet, dass Extremisten aus Kenia und Tansania an den Anschlägen beteiligt sind.
 


 

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