12.03.2019 /
Malediven
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Malediven: Die Rückkehr von Dschihadisten birgt Risiken für Christen

Der am 8. Februar angekündigte Abzug der amerikanischen Truppen aus Syrien könnte katastrophale Folgen für das Archipel der Malediven und für die dort lebenden Christen haben.

Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, 2000 Soldaten aus Syrien abzuziehen, hat schwerwiegende Folgen für die Malediven und vor allem für die in diesem Archipel lebenden Christen.

Mit dem Abzug der amerikanischen Truppen steigt die viel befürchtete Gefahr der Rückkehr im Ausland lebender Dschihadisten in das Land und insbesondere in das Archipel der Malediven.

Keine Kirchen im Land toleriert

Der Staat der Malediven ist ein Land, in dem der extremistische und autoritäre Islamismus vorherrscht. Diese zu 98,5 Prozent muslimische Nation toleriert keine andere Religion. Es gibt keine Kirche oder ein christliches Gotteshaus im Land. Der Import von Bibeln und christlicher Literatur ist strengstens verboten.

Christen auf den Malediven sind in der Regel Gastarbeiter oder Konvertiten mit muslimischem Hintergrund. Sie zeigen ihren christlichen Glauben nicht öffentlich, aus Angst vor Repressalien, da sie ihre Staatsangehörigkeit verlieren, inhaftiert oder zum Tode verurteilt werden könnten.

Radikale könnten wachsen

Doch ihre Situation könnte sich noch verschlechtern, nicht nur mit der Rückkehr von Dschihadisten aus dem Irak oder Syrien, sondern auch durch die Tatsache, dass die Malediven zum Sammelpunkt für die islamische Sache werden könnten. Ein Beobachter erklärt: «In diesem instabilen Umfeld dürften maledivische Christen noch stärker bedroht sein, wenn die Zahl der radikalen Muslime, die versuchen, das Land "sauber" zu halten, sich deutlich erhöht.»

Fehlende notwendige Strukturen

Die Situation auf den Malediven ist auch deshalb besorgniserregend, weil die Malediven mit ihrem instabilen politischen und sozialen Klima nicht über die notwendigen Strukturen verfügen, um die Überwachung und Neutralisierung zurückkehrender Kämpfer zu gewährleisten.

Im September 2018 wurde im Archipel der rund zwanzig Atolle ein neuer Präsident gewählt. Ibrahim Mohamed Solih gewann die Präsidentschaftswahl mit 58,3 Prozent der Stimmen. Die maledivische Bevölkerung wollte Gerechtigkeit und Stabilität nach der Regierungszeit von Abdulla Yameens Mandat, die von Korruption auf höchster Ebene des Staates geprägt war.