04.06.2021 /
Laos
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Laos: Zwischen Tränen und Zuversicht – Inthy und seine Familie setzen ihre Hoffnung auf Gott

Chamchai* erzählt von der schwierigen Zeit, die sie erlebte, als ihr Mann Inthy*, ein Pastor, letzten Winter im Gefängnis war.

»Ich wartete zuhause auf ihn. Es war bereits sieben Uhr am Abend und ich wusste nicht wo mein Mann ist. Schließlich rief ich ihn auf seinem Handy an und unser Nachbar meldete sich. ›Die Polizei hat deinen Mann verhaftet, als wir gerade beim Essen waren. Er hat mir sein Telefon anvertraut.‹« Für Chamchai und ihre Kinder beginnt damit ein monatelanges Hoffen und Bangen während Inthy im Gefängnis war.

»Warum können sie ihn nicht in Ruhe lassen?«

Es ist die dritte Inhaftierung des 58-jährigen Pastors. Jedes Mal wurde er wegen seines christlichen Glaubens festgenommen. »Warum schon wieder? Ich bin so niedergeschlagen und mache mir solche Sorgen um ihn«, sagt seine Frau. »Bei seinen früheren Gefängnisaufenthalten wurde er systematisch misshandelt. Er wurde zum Beispiel gezwungen, einen Monat lang auf dem Boden in einer dreckigen Toilette zu schlafen, und er musste sich mit schmutzigem Wasser duschen. Sie ließen ihn nie nach draußen. Sie sagten, er habe schwere politische Verbrechen begangen. Das alles ist zu viel für mich.«

Inthy und Chamchai leben mit ihren neun Kindern in einem streng buddhistischen Dorf. Dort gelten Christen als Verräter, die die Einheit zerstören und Traditionen verletzen. Die Kinder dieser christlichen Familie stehen im Dorf vielen Schwierigkeiten gegenüber. Für Chamchai ist die erneute Inhaftierung ihres Mannes besonders schwer zu ertragen: »Warum können sie ihn nicht in Ruhe und uns in Frieden leben lassen?«

»Egal, was ich tat, um mich zu beschäftigen, ich musste ständig weinen. Ich kümmerte mich um die Kühe und Büffel, bestellte die Reisfelder, aber alles erinnerte mich an ihn. Ich weinte den ganzen Tag lang, besonders wenn ich Hilfe brauchte und er nicht wie üblich an meiner Seite war. Ich erlebte so viel Schmerz und Kummer.«

»Schau, was dieser Glaube deiner Familie eingebracht hat!«

Nach seiner Verhaftung im vergangenen August verbrachte Inthy sechs Monate im Gefängnis. Während dieser Zeit wurde Chamchai von ihren Verwandten unter Druck gesetzt. Sie bedrängten sie: »Schau, was dieser Glaube deiner Familie eingebracht hat! Gib deinen Glauben auf, um in Frieden zu leben.«

Doch Chamchai blieb standhaft: »Ich sagte ihnen, dass ich meinen Glauben niemals aufgeben werde, weil nur Jesus Christus wahres Glück schenkt. Nichts kann mich von meinem Glauben abbringen. Ich werde weiterhin an Jesus glauben; ich werde ihm folgen und ihm allein vertrauen!«

Nach sechs harten Monaten war die Familie endlich wieder vereint. Das war ein freudiges Wiedersehen! Chamchai ist sehr dankbar für die Unterstützung und praktische Hilfe, die sie während der Zeit ohne ihren Mann von Open Doors erhielt. Sie sagte unseren Partnern: »Vielen Dank, dass ihr mir und meiner Familie beigestanden seid! Danke, Gott segne euch! Er hat eure Gebete erhört und mich durchgetragen.«

* Namen geändert