04.02.2021 / news

Kuba: Behörden schließen protestantische Gemeinden mit Gewalt

In einer willkürlichen und einseitigen Entscheidung schlossen die kubanischen Behörden die »Jehovah-Shalom«-Kirche.

Die in der ostkubanischen Stadt Holguin gelegene »Jehovah-Shalom«-Kirche musste ihre Versammlung unterbrechen, weil die Behörden das Gebäude gewaltsam schlossen. »Sie ließen uns keine Optionen, keine Alternativen, es war keine Verhandlung möglich. Das ist eine einseitige Entscheidung, eine willkürliche Schließung, ohne dass eine Lösung vorgeschlagen wird«, sagte einer der Pastoren der Gemeinde.

Die Kirche war bereits vor einem Jahr zum Ziel von Schikanen geworden, doch im Juni und Juli hatte sich die Situation verschlechtert. Bei sechs Gelegenheiten erhielten die Pastoren Drohungen von der Regierung und der Kommunistischen Partei, die sie einschüchterten, alle Aktivitäten einzustellen. Die Kirche, die mit den »Assemblies of God« verbunden ist, hatte 2017 mit ihren Treffen begonnen. Sie zählt 60 Mitglieder. Im Jahr 2019 beantragten die Verantwortlichen bei den Behörden, ein Gebäude, das einem der Kirchenmitglieder gehört, als Versammlungsort zu nutzen. Sie blieben lange Zeit ohne Antwort bis zum 9. Juni 2020, als die Genehmigung verweigert wurde.

Staatliche Religionskontrolle

Die Gemeindemitglieder glauben, dass all das mit der Tatsache zusammenhängt, dass ein hochrangiges Mitglied der Kommunistischen Partei Kubas vor zwei Jahren in die Nachbarschaft gezogen ist.

Die kubanischen Behörden versuchen, die religiösen Aktivitäten im Land zu kontrollieren. »Sie frieren den rechtlichen Status historischer religiöser Organisationen ein, um ihren sozialen Einfluss zu begrenzen, sie verhindern die Eröffnung neuer Gotteshäuser und sie schließen die Tür für die Legalisierung neuer Allianzen, Vereinigungen oder Gruppen«, so der Pastor weiter.