24.12.2021 /
Irak
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Irak: Wieder Weihnachten ohne Papa

In der Bibel lernt Rafif, eine junge Christin aus dem Irak, den Erlöser kennen, für den ihr Vater starb.

Rafif ist bereit für das Weihnachtsfest. Das elfjährige Mädchen hat das Haus festlich geschmückt, es fehlt nichts: »Weihnachten ist eine wunderbare Zeit. Alle sind fröhlich, lachen, und vor allem verbringt man Zeit mit den Menschen, die wir lieben!« Doch eine Person vermisst sie: ihren Vater. »Ich habe ihn nicht gekannt, aber jedes Jahr habe ich das Gefühl, dass er irgendwie bei uns ist«, sagt Rafif.

»Mein Vater fehlt mir«

Vor elf Jahren war Rafif noch im Bauch ihrer Mutter, als ihr Vater Raddif unmittelbar bei einer Bushaltestelle in Mossul eine Ladung Sprengstoff entdeckte. »Er rannte auf den Bus zu, schrie und gestikulierte wild zum Busfahrer«, erzählt Rafif. Der Chauffeur hielt an, und dank der Heldentat ihres Vaters wurde nur einer der christlichen Studenten, die diese Buslinie benutzen, getötet. Doch Raddif bezahlte dafür mit seinem Leben, weil die Bombe unmittelbar neben ihm explodierte, und Rafif musste ohne die Liebe ihres Vaters aufwachsen.

Sie sagt: »Ich vermisse ihn, vor allem, wenn meine Freunde sagen: ›Mein Vater hat dies und das mit mir gemacht.‹ Deshalb habe ich Gott gefragt: ›Warum hast du meinen Vater weggenommen?‹« Der Bibelunterricht, den Rafif in einem Hoffnungszentrum besucht, hilft ihr, diese Fragen besser zu verarbeiten.

Sich dem Erlöser nähern 

Rafif erklärt: »In der Bibel gibt es Geschichten von Menschen, die anderen Menschen das Leben retten. Wenn ich sie höre, denke ich: ›Mein Vater ist auch gestorben, um anderen das Leben zu retten!‹«

Durch den Bibelunterricht wird ihr die Heilige Schrift immer vertrauter. Sie gibt ihr Halt in schwierigen Momenten. Die Bibel hilft ihr, Jesus, den Erlöser, kennenzulernen, der vor 2000 Jahren zu uns kam und immer noch mitten unter uns ist.

»Alle verfolgten Kinder sollten Bibelkurse besuchen, so wie ich! Sie müssen ihre Wurzeln kennen und wissen, was die Wahrheit ist und warum sie leiden«, sagt Rafif mit einer Weisheit, die für ihr Alter ungewöhnlichen ist. Dann meint sie abschließend: »Das Wichtigste, das ich gelernt habe, ist, dass Gott immer für mich da ist; er verlässt mich nie!«

Das junge Mädchen spricht tief aus ihrem Herzen über ihre Erfahrungen.
Immanuel, Gott mit uns, ist das nicht der Kern der Weihnachtsbotschaft?

 

Lassen wir Rafif selbst erzählen: