03.03.2019 /
Indien
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Indien: Christ wegen seines Glaubens enthauptet

Anant Ram Gand (40) war verheiratet und Vater von fünf Kindern. Er starb nur aus einem Grund: Er war neun Monate zuvor Christ geworden.

Dieses Verbrechen erschüttert den östlichen Bundesstaat Odisha einmal mehr: Anant Ram Gand, ein Christ, der vor weniger als einem Jahr zum Glauben gekommen ist, wurde enthauptet. Am 11. Februar wurde der 40-jährige Mann aus seinem Haus im Dorf Raigarh Tehsil, im Landkreis Nabarangapur in Odisha, geholt. Drei Personen ermordeten ihn und ließen seinen enthaupteten Körper in der Mitte der Straße zurück.

Zum Zeitpunkt dieser Schreckenstat war seine Frau Sukbati (38) mit ihren vier Töchtern gerade außer Haus gewesen. Anant Ram war mit seinem 6-jährigen Sohn allein zu Hause gewesen.

Radikale Gruppe hinter Mordanschlag

Laut Dorfbewohnern stehen hinduistische Aktivisten ebenso hinter dem Mordanschlag wie die naxalitisch indisch-maoistische Guerilla. Vor seiner Bekehrung zum Christentum hatte Anant Ram diese Guerilla-Gruppe unterstützt.

Obwohl er selbst nie einer der Kämpfer war, machten die Hindus die Naxaliten glauben, dass Anant Ram ihre Geheimnisse der Polizei preisgeben würde.

Belästigt, geschlagen, ermordet

Anant Ram Gand fand im vergangenen Jahr zum Christentum. Seine Familie wurde mehrmals wegen dem neuen Glauben belästigt. Sie wurden unter anderem daran gehindert, Wasser aus öffentlichen Brunnen zu schöpfen.

Anant wurde 2018 zweimal geschlagen und aus dem Dorf vertrieben. Er zog mit seiner Familie weg und lebte mit ihr etwa eine Meile entfernt. In Indien führen hinduistische Extremisten derzeit eine Kampagne namens «Dörfer ohne Christen» durch, mit der sie Dorfbewohner zum Hass gegen Christen aufstacheln, was in der Regel zu ihrer Vertreibung führt.

Anti-Konversionsgesetze, die in sechs indischen Bundesstaaten, darunter Odisha, durchgesetzt werden, erleichtern auch die Belästigung von Christen. Im Jahr 2018 gab es im Staat Odisha mindestens 20 christenfeindliche Angriffe.

Präsidentschaftswahlen in wenigen Wochen

Im April oder Mai werden die rund 814 Millionen indischen Wähler bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen eine neue Regierung wählen. Sollte die BJP, die derzeit regierende hinduistische nationalistische Partei, wiedergewählt werden, könnte sich die Situation von Christen und anderen Minderheiten in Indien weiter verschlechtern.

Die Welle antichristlicher Gewalt hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, seit Narendra Modis hinduistisch-nationalistische BJP 2014 an die Macht kam.