16.07.2021 /
Indien
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Impact India: »Gott war so gut in dieser schwierigen Zeit!«

Rajesh* hilft verfolgten Christen in Indien schon seit über zehn Jahren. Die Pandemie, die für das Land eine extreme Herausforderung ist, hat auch ihn als Partner von Open Doors hart getroffen. Seine Arbeit ist wichtiger denn je.

»Wir hatten keine Ahnung, dass das Jahr so verlaufen würde«, fasst Rajesh die vergangenen Monate stellvertretend für sein gesamtes Team zusammen.

Als die Pandemie in Indien ausbrach, wurden 1,3 Milliarden Menschen aufgefordert, zu Hause zu bleiben. »Stellt euch das vor! Wir durften nicht umziehen und nicht einmal auf die Straße gehen.« Nach dem Schock und der Verwirrung der ersten Tage ließ eine Frage Rajesh nicht mehr los: »Wie können wir unsere verfolgten Geschwister erreichen?« Zum Glück gab es das Telefon und Videoanrufe!

«Sie wussten nicht, was sie am nächsten Tag essen sollten»

Rajesh erhielt bald wieder eine Reisebewilligung. Mit anderen lokalen Partnern von Open Doors zusammen leistete er während des Corona-Lockdowns überlebenswichtige Nahrungsmittelhilfe für die Gläubigen. »Als wir mit Lebensmittelpaketen ankamen, fingen viele zu weinen an. Sie dankten dem Herrn und sagten: ›Ihr seid von Gott gesandt, und das stärkt unseren Glauben, denn der Herr hat unsere Gebete erhört.‹«

Auf die Frage, ob er Angst gehabt habe, sich mit dem Virus anzustecken, sagt Rajesh: »Ja, natürlich!« Aber diese Angst konnte ihn offensichtlich nicht davon abhalten, seine Mission zu erfüllen.

»Wir trafen die nötigen Sicherheitsmaßnahmen und beteten: ›Herr, wenn wir unter deinem Schutz sind, kann uns nichts passieren.‹ Die Tatsache, dass niemand, der direkt an der Verteilung von Hilfsgütern beteiligt war, am Virus erkrankte, hat mich sehr ermutigt. Selbst in dieser schwierigen Zeit war Gott so gut.«

Verfolgung nimmt zu

Zunächst hofften Rajesh und sein Team, dass sich die Verfolgung durch den Lockdown verringern würde – schließlich durfte niemand nach draußen gehen und die Gemeinden durften sich nicht versammeln. »Doch im Gegenteil, die Verfolgung nahm unerwartet zu, vor allem in abgelegenen Gebieten«, erklärt Rajesh. »Sogar während der Pandemie, wo doch die Leute bei sich zu Hause bleiben sollten, wurden Christen ins Visier genommen. Einige wurden mit Gewalt aus ihren Häusern gezerrt und manchmal brutal verprügelt.« Da es durch die Einschränkungen zu kompliziert war, eine Klage gegen solche Gewalttaten einzureichen, fühlten sich die Verfolger wohl ermutigt, ihre Angriffe noch zu verstärken, vermutet Rajesh.

Hoffnung und Verantwortung

Als wir ihn fragen, was er sich für das kommende Jahr wünscht, sagt Rajesh: »Ich denke, dasselbe wie ihr – eine Welt ohne Corona!« Und er glaubt, dass das Ende der Pandemie auch Verantwortungsbewusstsein bringen wird. »Wenn wir davon befreit werden, müssen wir uns noch mehr einsetzen, um das Evangelium zu verbreiten.«

Was auch in den kommenden Monaten kommen mag, er vertraut auf Gott. »Wir haben einen allmächtigen Gott, der über jeder Pandemie steht. In all der Ungewissheit, die wir derzeit erleben, ist Gott unsere Gewissheit.«

* Name geändert