08.10.2018 /
Algerien
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Europäisches Parlament: Die Stimme der algerischen Christen gehört

Pastor Youssef, Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Algerien, wurde eingeladen, am 3. Oktober vor dem Europäischen Parlament über Kirchenschließungen in Algerien zu sprechen.

Die Konferenz, die am Rande der Plenarsitzung des Europäischen Parlaments in Straßburg stattfand, gab einem Dutzend Abgeordneten ein besseres Verständnis für die Herausforderungen, vor denen die Kirche in Algerien steht.

Pastor Youssef, Vizepräsident der Algerischen Evangelischen Kirche (EPA), war der Hauptredner der Konferenz, die am 3. Oktober stattfand.

Das Thema der Konferenz, die von zwei Abgeordneten – von Catherine Stihler und Lukas Mandl – , die die wichtigsten Fraktionen des Europäischen Parlaments vertreten, unterstützt wird, war die Verletzung der Religionsfreiheit in Algerien.

Parlamentarier schätzten Youssefs Mut

Pastor Youssef veranschaulichte die Schwierigkeiten der algerischen Christen durch seine persönliche Geschichte, indem er sowohl seine Lebensgeschichte mit der Hinwendung zu Christus wie auch seine Erfahrung als Pastor weitergab.

Auf diese Weise konnten die Abgeordneten die Realität der Verfolgung in Algerien besser verstehen: Sie dankten ihm mehrmals für seinen Bericht. Nach der Veranstaltung sagten einige der anwesenden Abgeordneten, dass sie trotz der Schwierigkeiten seinen Mut und seine positive Botschaft zu schätzen wussten.

Aufruf zum Handeln für EU-Parlament

Pastor Youssef überprüfte die von der algerischen Regierung initiierte Kampagne zur Schließung von Kirchen und verwies auf die Verordnung von 2006, die die Religionsfreiheit der Christen einschränkt. Er wies darauf hin, dass die Wiedereröffnung von drei Kirchen in der Region von Oran nach der Mobilisierung von Politikern in Europa «ein großer Sieg» gewesen sei: «Ohne die Fürsprache hätten alle unsere Kirchen geschlossen werden können.»

Positiver Druck für Freiheit

Youssef sagte zu den Abgeordneten: «Ich glaube an die Lobbyarbeit und danke für die bereits getroffenen Maßnahmen.» Mit Blick in die Zukunft fügte er hinzu: «Wir wissen nicht, wie die Regierung als nächstes reagieren wird, deshalb müssen wir weiterhin positiven Druck für eine echte Religionsfreiheit ausüben.»

Der österreichische Abgeordnete Lukas Mandl sprach von der Möglichkeit, dass die Europäische Union zu diesem Thema eine öffentliche Stellungnahme abgeben kann.

Das Problem der Kirchenschließungen wurde kürzlich im Bericht der «Intergroup on Freedom of Religion or Belief and Religious Tolerance» (FoRB) des Europäischen Parlaments hervorgehoben.

Trotz aller Schwierigkeiten wachsen die algerischen Kirchen weiter: «Das Wachstum der algerischen Kirche gehört zu den bemerkenswertesten in der muslimischen Welt», sagte Michel Varton, Direktor von «Open Doors» Frankreich, der auch zu der Veranstaltung eingeladen worden war.