25.02.2022 /
China
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China: Fünf neue Haftstrafen

Fünf chinesische Christen wurden wegen der Teilnahme an einer christlichen Konferenz im Ausland verurteilt.

Auch wenn China auf dem Weltverfolgungsindex unverändert auf Platz 17 steht, liegt das nicht daran, dass die Lage der Christen stabil geblieben wäre. In Wirklichkeit wird die Situation immer schwieriger und der Druck auf die Kirchen wird jeden Tag ein bisschen stärker. Am 7. Jänner 2022 wurden fünf chinesische Christen wegen »illegalen Grenzübertritts« zu Haftstrafen zwischen sechs und acht Monaten verurteilt.

Zwischen sechs und acht Monate Gefängnis

Bereits im Jänner 2020 waren die Betroffenen nach Kuala Lumpur, Malaysia, gereist, um an einer internationalen christlichen Konferenz teilzunehmen. Auf dieser Konferenz waren weltbekannte Theologen als Redner geladen, unter anderem der Amerikaner Tim Keller oder der Kanadier Don Carson.
Ihre Reise war gut verlaufen. Ihre chinesischen Pässe waren in Ordnung und sie hatten die notwendigen Visa für Malaysia. Doch im Juli 2021 wurden die Christen plötzlich festgenommen. Anschließend verbrachten sie fünf Monate in einem Internierungslager, bevor sie vor Gericht gestellt wurden. Im November wurden auch der Pastor ihrer Kirche sowie einer seiner Kollegen festgenommen. Sie warten immer noch auf ihren Prozess.
Diese Christen gehören alle derselben Hauskirche an: Der »Zion Reformed Church«, die sich in der Stadt Taiyuan, der Hauptstadt der Provinz Shanxi, befindet.

»Agenten des Westens«

Seit Präsident Xi Jinping an der Spitze des Landes steht, hat die Regierung ihre Kontrolle über die Christen weiter ausgebaut. Er bezeichnet sie als Agenten des Westens und missbilligt diejenigen, die sich mit ausländischen Pastoren treffen. Kirchen mit Auslandsbeziehungen werden genau unter die Lupe genommen, wenn sie nicht längst geschlossen sind. In seinem Ziel, alle Aspekte der Gesellschaft zu sinisieren, ist das Regime misstrauisch gegenüber unabhängigen, inoffiziellen Kirchen. Sie entgehen seiner Macht und es kann ihre Botschaft nicht kontrollieren; gleiches gilt für die Hauskirchen.