28.02.2021 /
China
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China: Christen beschuldigt, Covid-19 zu verbreiten

Die Pandemie kehrt in der chinesischen Provinz Hubei zurück – deswegen werden nun Christen durch Gerüchte in sozialen Netzwerken stigmatisiert.

In sozialen Netzwerken wird behauptet, dass Christen für die Explosion neuer Fälle von Covid-19 in der Provinz Hubei im Osten Chinas verantwortlich sind. Dieses Gerücht macht durch Nachrichten in den chinesischen sozialen Netzwerken WeChat und Weibo die Runde.
Die lokale Vertretung der staatlich anerkannten Chinesischen Katholischen Patriotischen Vereinigung ist empört über diese Gerüchte, die Christen in sozialen Netzwerken beschuldigen.

Unbegründete Gerüchte

Diesen Gerüchten zufolge sind es die Aktivitäten der örtlichen Katholiken und der ausländischen Missionare in der Stadt Shijiazhuang, die für das Wiederaufflammen der Epidemie verantwortlich sein sollen. Seit Jänner hatten die Behörden in der Provinzhauptstadt wieder Einschränkungen beschlossen, nachdem Hunderte neuer Fälle entdeckt worden waren.
Die Chinesische Katholische Patriotische Vereinigung beklagt: «Diese Gerüchte verletzen die Rechte und Interessen von Priestern und untergraben die Harmonie und Stabilität der Gesellschaft.»
Diese Gerüchte entbehren jeder Grundlage: Die katholischen Behörden sagen, dass wegen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie keine ausländischen Missionare mehr ins Land kommen können. Auf jeden Fall gibt es in den in den sozialen Netzwerken genannten Stadtteilen keine katholischen Kirchen.

Regierungskampagne unwahrscheinlich

Laut eines unserer lokalen Partner ist es unwahrscheinlich, dass es sich um eine Regierungskampagne zur Schließung von Kirchen handelt. Aufgrund der Gesundheitskrise sind die kirchlichen Aktivitäten in der Region bereits eingestellt. »Wenn der Staat die Kirchen hätte schließen wollen, hätte er es anders gemacht«, kommentiert unser Kontakt. Nichts missfällt der kommunistischen Regierung Chinas mehr als soziale Instabilität, sagt er: »Das ist etwas, das sie um jeden Preis vermeiden will. Deshalb gehört es nicht zu seinem Modus Operandi, Hass zwischen Gemeinschaften zu schüren«, schließt er.
Dies ist nicht das erste Mal, dass Christen beschuldigt werden, Covid-19 zu verbreiten. Solche Vorwürfe wurden auch in Somalia und Uganda erhoben.