09.02.2018 /
China
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China: 100 Christen aus Xinjiang in 'Umerziehungslager' geschickt

In China ist kürzlich ein neues Gesetz in Kraft getreten, das auf mehr religiöse Kontrolle abzielt. Wie wir erfahren haben, wurden in den letzten Monaten mehr als hundert Christen aus Xinjiang in 'Umerziehungslager' geschickt.

Die Provinz Xinjiang im Nordwesten Chinas wird von der Regierung besonders überwacht: "Der Lehrer meiner Kinder wurde informiert, als mein Mann in ein 'Umerziehungslager' geschickt wurde. Seither behält er sie in der Schule ständig im Auge. Ich habe Angst um sie", sagt eine christliche Mutter. Ein Gläubiger, der anonym bleiben möchte, hat uns anvertraut: "Die Mitglieder unserer Kirche sind in diesen 'Umerziehungszentren' inhaftiert und wissen nicht, wann sie freigelassen werden. Manche werden einen Monat festgehalten, andere sechs Monate oder länger. Familien werden so auseinander gerissen, wenn ein Elternteil oder sogar beide verhaftet werden."

In Xinjiang leben die mehrheitlich muslimischen Uiguren, die die Anti-Terror-Maßnahmen der Regierung besonders zu spüren bekommen. Dabei machen die Behörden keinen Unterschied zwischen Separatistengruppen, islamischen Aktivisten und Christen mit muslimischem Hintergrund, um Repression auszuüben.

Die Gläubigen müssen am Eingang der offiziellen Kirchen ihren elektronischen Personalausweis vorlegen. Wenn jemand Beamter ist, ertönt ein Signal. Deshalb besuchen viele Christen diese Kirchen nicht mehr, sondern versammeln sich in kleinen Gruppen. "Sogar das Smartphone wird überwacht. Wir leben in einem riesigen Gefängnis", sagt ein Christ.

Laut dem Wall Street Journal ist Xinjiang das Gebiet, das heute weltweit am stärksten überwacht wird: gepanzerte Fahrzeuge, Polizeiposten und Überwachungskameras an jeder Straßenecke... Dort zu leben heißt, rund um die Uhr überwacht zu werden.

Seit dem 1. Februar 2018 regelt ein neues Gesetz alle religiösen Aktivitäten in ganz China. Das angebliche Ziel ist, "die Glaubensfreiheit der Bürger zu schützen". Viele Gemeindeleiter lassen sich aber nicht täuschen und fordern die Christen dazu auf, sich bewusster zu werden, wie sie ihre Rechte verteidigen können.