11.06.2018 / news

Burkina Faso: Zwei christliche Familien entführt

Burkina Faso findet sich nicht auf dem Weltverfolgungs-Index von Open Doors, aber in den letzten Wochen wurden zwei christliche Führer und ihre Familien entführt.

Die Entführungen von zwei christlichen Führern und ihren Familien in Burkina Faso beunruhigen die christliche Gemeinschaft in diesem Sahel-Land.

Pastor mit Sohn, Schwiegertochter und Enkelin entführt

Peter B., ursprünglich aus dem Dorf Bilhora, ist Pastor einer evangelischen Gemeinde der «Assemblies of God». Er wurde am Abend des 3. Juni mit seinem Sohn, seiner Schwiegertochter und seiner Enkelin entführt. Andere Leute sind womöglich ebenfalls mit ihm entführt worden.

Kurz zuvor, am 20. Mai, wurde ein weiterer christlicher Leiter der Gemeinde Arbinda (40 Kilometer von Bilhora entfernt) mit seiner Frau entführt.

Die Eskalation islamistischer Gewalt ist im Land seit 2014 zunehmend zu spüren. Bis vor kurzem richteten sich die Terroranschläge nur gegen Militärangehörige und Regierungsbeamte. Dschihadisten zielen jetzt auf öffentliche Schulen ab und kommen, um Christen anzugreifen.

Aufkommender islamischer Extremismus

Im Jänner 2016 wurden in der Hauptstadt Ouagadougou 30 Menschen bei Anschlägen der Terrorgruppe Al-Qaida im islamischen Maghreb (AQIM) getötet. Unter den Opfern waren sechs Christen, die sich auf einer humanitären Reise befanden, die durch ihren Glauben motiviert war. Ein siebter, ein Amerikaner, war Missionar und leitete mit seiner Frau seit 2011 ein Waisenhaus und ein Frauenhaus.

Burkina Faso ist ein Land mit einer muslimischen Mehrheit, aber Christen stellen nach Schätzungen der «World Christian Database» etwas mehr als 24 Prozent der Bevölkerung. Trotz dieser Unterschiede leben die 20 Millionen Burkinabés seit langem in Frieden zusammen. Jetzt, da die dschihadistischen Aktivitäten beginnen, wie im benachbarten Mali, besteht die Gefahr, dass Christen ihren Glauben nicht mehr so frei ausüben können.

Angst vor weiteren Angriffen

Der Aufstieg des islamischen Extremismus weckt Ängste vor weiteren Angriffen. Diese Gewalt vermischt sich nun mit den Sahelkriegen. Seit 2015 wurden im Norden von Burkina Faso, an der Grenze zu Mali, 80 zunehmend gewalttätige Angriffe in kürzer werdenden Abständen verübt.

Ouagadougou hat in den letzten drei Jahren zahlreiche Anschläge erlitten. Der letzte fand am 2. März statt, als der Generalstab der Armee und die französische Botschaft in Ouagadougou ins Visier genommen wurden. Eine islamisch-terroristische Gruppe, JNIM, bekannte sich zum Angriff. 16 Menschen wurden getötet, darunter auch 9 Angreifer.

Am 13. August 2017 eröffneten Dschihadisten das Feuer auf ein türkisches Restaurant im Zentrum von Ouagadougou. 19 Menschen wurden getötet und 25 verletzt.