21.02.2019 /
Äthiopien
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Äthiopien: Christlicher Polizist verliert seinen Job weil er konvertierte

In einer Region Äthiopiens, in der viele Somali leben, verlor ein Polizeibeamter nach seiner Konversion zum Christentum seinen Job. Er musste wegen des Drucks sogar von zu Hause wegziehen.

In Äthiopien wurde ein somalischer Polizist verhaftet, er verlor seinen Job, nachdem er vor Kollegen über seinen christlichen Glauben gesprochen hatte. Dann wurde er gezwungen, in einen anderen Teil des Landes zu ziehen.

Verbannt wegen seines christlichen Glaubens

Adane (Name geändert), 25, wuchs in der somalischen Region im Osten Äthiopiens auf. Er gehört zu einem somalischen muslimischen Stamm, der zu fast 100 Prozent muslimisch ist. Er arbeitete in der paramilitärischen Gruppe Liyu als Polizist.

Adane wurde vor zwei Jahren Christ. Weil er seinen Kollegen gegenüber über seinen neuen Glauben sprach, wurde eine Beschwerde gegen ihn beim regionalen Menschenrechtsbüro eingereicht.

Der Vizepräsident des Menschenrechtsbüros riet Adane, zum Islam zurückzukehren, was er ablehnte. Er beanspruchte das verfassungsmäßige Recht auf Religionsfreiheit. Kurz darauf wurde er verhaftet.

Es bedurfte der Intervention des Präsidenten des Menschenrechtsbüros, damit Adane freigelassen werden konnte, aber er wurde von seinen Polizeiaufgaben entbunden und musste aufgrund der Feindseligkeit seiner Kollegen aus seinem Haus wegziehen.

Christen des somalischen Stammes unter Druck

Mit 64 Millionen Christen, die mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, ist das Christentum in Äthiopien gut vertreten. In dieser säkularen demokratischen Republik werden jedoch trotz der Verankerung mehrerer christlicher Konfessionen einige Christen in mehreren Bereichen des täglichen Lebens verfolgt, und die Gewalt gegen sie nimmt zu.

Christen in Ostsomalia, einer überwiegend muslimischen Region, schlägt aufgrund ihres Glaubens von ihren Familien und Gemeinschaften eine feindliche Gesinnung entgegen. Sie können auch verwundbar sein, wenn ethnopolitische Spannungen ausbrechen.

Religiöse Säuberungen unter dem Deckmantel ethnischer Konflikte?

Am Horn von Afrika zwischen den Oromos und Somalis herrschen seit Jahren ethnische Konflikte. Das führte zur Vertreibung von fast drei Millionen Äthiopiern, viele von ihnen Christen.

Im August 2018 wurden bei einem Gewaltausbruch zehn orthodoxe Gemeinden in der somalischen Region beschädigt und neun evangelische Kirchen verwüstet oder geplündert. Zwei Monate zuvor waren in der Region Basel Goba in Oromia, in der Region Westsomalia, 20 Christen getötet worden.