Nordkorea

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Wie sieht Verfolgung in Nordkorea aus?  

In Nordkorea als Christ entdeckt zu werden, ist im Grunde genommen ein Todesurteil. Entweder werden Gläubige als politische Verbrecher in Arbeitslager deportiert – wo ihnen ein Leben voller harter Arbeit bevorsteht, die nur wenige überleben – oder sie werden auf der Stelle getötet. Das gleiche Schicksal erwartet auch die Familienangehörigen. Man geht davon aus, dass im ganzen Land Zehntausende von Christen in Arbeitslagern festgehalten werden. 

Für Christen ist es unmöglich, in Nordkorea frei zu leben. Sich zum Gottesdienst zu versammeln, ist ebenfalls fast unmöglich und muss unter strengster Geheimhaltung erfolgen – und unter großer Gefahr. Im Mai 2023 wurden fünf Mitglieder einer Familie verhaftet, als sie sich zum Gebet und Bibelstudium versammelten. Auch christliche Literatur wurde beschlagnahmt. Die Gruppe hatte sich Berichten zufolge wöchentlich getroffen und wurde aufgrund eines Hinweises von einem Informanten verhaftet. 

Die unwürdige Behandlung von Christen beruht auf der Auffassung des autoritären Regimes, dass sie eine besondere Bedrohung für die Führung und die Gesellschaft des Landes darstellen. Das »Gesetz gegen reaktionäres Gedankengut« (im Dezember 2020 in Kraft getreten) macht unmissverständlich klar, dass es ein schweres Verbrechen ist, Christ zu sein oder eine Bibel zu besitzen, und dass dies hart bestraft wird. Die Kirchen, die den Besuchern in Pjöngjang gezeigt werden, dienen lediglich Propagandazwecken. 

Wer ist von Verfolgung am stärksten betroffen?  

Alle Christen in Nordkorea sind extremer Verfolgung durch das totalitäre Regime des Landes ausgesetzt. Mehrere Jahre lang galt die Grenzregion zu China aufgrund des ständigen Stroms von Überläufern schon als besonderer Brennpunkt, aber die jüngsten Maßnahmen zur Verstärkung der Grenze haben die Flucht noch schwieriger gemacht. 

Lernen Sie Ji Ho* kennen

»Ich bin vielleicht die einzige Christin in Nordkorea. Aber vielleicht hören auch andere Menschen die Radiosendungen. Ich hoffe, dass ich eines Tages einen anderen Nachfolger von Jesus treffen kann.« 

Ji Ho (Name geändert), die Jesus über das Radio kennengelernt hat 

Was hat sich im vergangenen Jahr verändert? 

Im vergangenen Jahr hat Nordkorea die Sicherheitsmaßnahmen an seiner Grenze zu China verstärkt, was es für Nordkoreaner zunehmend schwieriger macht, aus dem Land zu fliehen. Auch für Organisationen wird es immer schwieriger, in der Region zu arbeiten. Das und die im Jahr 2020 eingeführte antireaktionäre Gesetzgebung, die besagt, dass Christsein oder der Besitz einer Bibel schwer bestraft wird, scheinen Teil eines konzertierten Plans der Behörden zu sein, um ihre Autorität zu festigen.

In der Zwischenzeit häufen sich die Spekulationen über die Führungsrolle von Kim Jong-un, da seine 10-jährige Tochter Kim Ju-ae bei immer mehr Veranstaltungen an seiner Seite auftritt. Experten sind sich jedoch nicht sicher, ob sie in der nordkoreanischen Kultur als Führungspersönlichkeit akzeptiert würde. Zudem verschwindet Kim Jong-un häufig aus der Öffentlichkeit, um dann wieder aufzutauchen. Dabei kursieren Gerüchte, dass das auf einen schlechten Gesundheitszustand zurückzuführen ist.

Auch Lebensmittel werden immer knapper, so dass Tausende vom Hungertod bedroht sind. Die Krise ist so schwerwiegend, dass die Behörden eine Mobilisierungskampagne gestartet haben, um die Menschen zum Ackerbau zu bewegen – aber es haben sich nicht viele daran beteiligt, weil keine Lebensmittel zur Verfügung gestellt wurden. Doch selbst wenn die Christen selbst unter der Nahrungsmittelknappheit leiden, helfen sie selbstlos anderen. »Wir hören inspirierende Geschichten, dass [nordkoreanische] Gläubige ihren Nachbarn helfen – sie teilen Lebensmittel, Medikamente und andere Ressourcen, die sie besitzen, obwohl die Lebensmittel nicht einmal für sie selbst reichen«, sagt Bruder Simon*, Koordinator von Open Doors für den Dienst in Nordkorea.

Was sind die jüngsten Beispiele von Verfolgung?

30. April 2023 – Am frühen Sonntagmorgen stürmt die Polizei im Zentrum des Landes ein geheimes Gebetstreffen von fünf Christen auf einem Bauernhof in einem Dorf. Die Mitglieder einer Familie wurden festgenommen und christliche Literatur in ihrem Besitz beschlagnahmt. Ein Informant hatte die Behörden über die kleine Gruppe informiert, die sich jede Woche traf. Es ist nicht bekannt, wo die fünf Personen inhaftiert wurden.

Wie hilft Open Doors Christen in Nordkorea? 

Über geheime Netzwerke außerhalb des Landes versorgen heimliche Mitarbeiter von Open Doors etwa 100.000 nordkoreanische Gläubige mit lebenswichtigen Nahrungsmitteln und Hilfsgütern. Zudem bieten sie Unterkunft und Jüngerschaftsschulung für nordkoreanische Flüchtlinge in sicheren Zufluchtshäusern in China und schulen Gläubige durch Radiosendungen aus dem Ausland.

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ein gebet für nordkorea

Herr Jesus, unser Herz schmerzt, wenn wir von den extremen Gefahren hören, denen unsere Geschwister in Nordkorea ausgesetzt sind. Möge jeder einzelne Gläubige Deine liebevolle Fürsorge spüren und mit Deiner Kraft gestärkt werden, um mit der Hoffnung auf Jesus im Herzen durchzuhalten. Schenke kostbare Momente, in denen sich Gläubige treffen können, sei es in geheimen Zusammenkünften oder in Gefängnissen, und gib christlichen Eltern Weisheit und Kreativität, damit sie wissen, wie sie ihren Glauben sicher mit ihren Kindern teilen können. Beschütze Deine Familie und gib ihnen Einsicht, wenn schwierige Entscheidungen getroffen werden müssen. Möge ihr Leben andere zu Dir ziehen. Wir beten auch für Kim Jong un – erweiche sein Herz und zeige ihm einen besseren Weg, sein Land zu führen. Heiliger Geist, wirke du in Nordkorea. Amen.  

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AUSMASS DER VERFOLGUNG

Extrem



Triebkräfte der Verfolgung
  • Kommunistische Unterdrückung
  • Totalitarismus oder diktatorische Paranoia

Anzahl der Christen
400.000 (Schätzung von Open Doors)

Hauptreligion
Agnostizismus

Staatsform
Einparteiendiktatur

Regierungschef
Kommission für Staatsangelegenheiten Präsident Kim Jong-un

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