Nordkorea

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Wie sieht Verfolgung in Nordkorea aus?

Nordkorea ist nach wie vor ein extrem feindseliges Land für Christen. Wenn Menschen von den Behörden als Christen entdeckt werden, kommen sie als politische Gefangene in ein Arbeitslager, wo die Bedingungen grauenhaft sind, oder sie werden auf der Stelle getötet. Das gleiche Schicksal erleiden ihre Familien. Christen haben absolut keine Freiheit. Es ist für Gläubige fast unmöglich, sich zu versammeln oder zum Gottesdienst zu treffen. Diejenigen, die es doch wagen, müssen dies unter größter Geheimhaltung tun – und unter enormen Risiken. Ein neues »Gesetz gegen reaktionäres Gedankengut« macht unmissverständlich klar, dass es ein schweres Verbrechen ist, Christ zu sein oder eine Bibel zu besitzen, und dass dies hart bestraft wird.

In einem Bericht der internationalen Vereinigung von Rechtsanwälten, Rechtsanwaltskammern und Rechtsanwaltskanzleien (IBA) und des Komitees für Menschenrechte in Nordkorea aus dem Jahr 2022 heißt es, dass Christen in nordkoreanischen Gefängnissen besonders häufig gefoltert werden. Auch dauern die Haftzeiten für Christen länger als für andere Gruppen. Zeugen berichten, dass als »Christen identifizierte Personen über längere Zeiträume verhört werden, in der Regel unter Folter, und dass sie den schlimmsten Formen der Folter ausgesetzt sind, um sie so zu zwingen, andere zu belasten«, heißt es im Bericht.

Der Grund für diese extreme Verfolgung ist die Haltung, dass das Christentum als eine besonders gefährliche Bedrohung für die diktatorische Ideologie und die Herrschaft des barbarischen Regimes gilt. Christen werden ganz allgemein als Feinde sowohl der Führung wie auch der Gesellschaft betrachtet.

Wer ist von Verfolgung am stärksten betroffen?

In ganz Nordkorea sind Christen gleichermaßen einer extremen Verfolgung durch den autoritären Staat ausgesetzt. An einen Aufstand oder Umsturz ist nicht zu denken, das Regime hat ein wachsames Auge auf alle Bürger. Die Grenze zu China wird mittlerweile strenger überwacht, was die Flucht für die Bürger noch schwieriger macht. Christen, die in Gefangenenlagern und kontrollierten Zonen inhaftiert sind, sind der größten Verfolgung ausgesetzt.

Generell ist es jedoch schwierig, aktuelle Informationen aus diesen Lagern zu erhalten.

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Yong-Gi ist ein nordkoreanischer Christ, der in einem Schutzhaus Sicherheit und Hilfe fand (März 2022)

Was hat sich im vergangenen Jahr verändert?

Im Laufe des vergangenen Jahres erfuhr Open Doors aus zuverlässigen Quellen, dass mehrere Dutzend nordkoreanische Gläubige aus verschiedenen Untergrundkirchen entdeckt und hingerichtet wurden. Mehr als 100 Familienmitglieder sollen ebenfalls zusammengetrieben und in Arbeitslager gesteckt worden sein.

Diese Berichte zeigen, dass das Leben für nordkoreanische Christen noch härter geworden ist, da das kürzlich eingeführte »Gesetz gegen reaktionäres Gedankengut« – das klarstellt, dass es ein schweres Verbrechen ist, Christ zu sein und/oder eine Bibel zu besitzen – mit einem Anstieg der gemeldeten Vorfälle an Gewalt gegen Gläubige zusammenfällt.

Wie lauten die jüngsten Beispiele von Verfolgung?

Aus Sicherheitsgründen können wir keine weiteren Details nennen.

  • Anfang 2022 – Die Polizei drang in einen geheimen Ort ein, an dem sich mehrere Dutzend Christen versammelt hatten. Sie waren denunziert worden. Sie wurden alle festgenommen und hingerichtet. Über 100 Angehörige ihrer Familien wurden inhaftiert. Sie werden unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten.
  • Anfang 2022 – Ein nordkoreanischer Christ wurde während einer Reise außerhalb seines Landes von nordkoreanischen Polizisten entführt. Er hatte sich vor mehreren Jahren zum Christentum bekehrt. Er beteiligte sich an der Aufnahme nordkoreanischer Flüchtlinge an sicheren Zufluchtsorten.

Wie hilft Open Doors den Christen in Nordkorea?

Die ebenfalls geheimen Mitarbeiter von Open Doors versorgen 80.000 nordkoreanische Gläubige über geheime Netzwerke in China mit lebenswichtigen Nahrungsmitteln und Hilfsgütern und bieten nordkoreanischen Flüchtlingen in Schutzhäusern in China eine sichere Unterkunft und Jüngerschaftsprogramme an.

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Ein Gebet für Nordkorea

Gott, unser Vater, wir danken Dir für die außerordentliche Tapferkeit unserer Schwestern und Brüder in Nordkorea. Bitte fahre fort, sie zu ermutigen, auszurüsten und zu befähigen, Dir inmitten solch extremer Verfolgung nachzufolgen. Beschütze die geheimen Versammlungen von Gläubigen – mögen ihre Treffen Orte der göttlichen Begegnung sein. Schenke Deinen Kindern Weisheit, Kühnheit und Unterscheidungsvermögen, damit sie wissen, wie sie ihren Glauben mit anderen teilen können, ohne die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich zu ziehen. Wir beten zu Dir, Herr, und bitten Dich, dass Du Deine Kirche aufbaust und die verhärteten Herzen von Kim Jong-Un und seinem Regime weich machst. Amen.

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Ausmaß der Verfolgung

Extrem



Mechanismen der Verfolgung
  • Kommunistische Unterdrückung
  • Totalitarismus oder diktatorische Paranoia

Anzahl der Christen
400.000 (Schätzung von Open Doors)

Hauptreligion
Agnostizismus

Staatsform
Kommunistische Diktatur

Regierungschef
Vorsitzender der Kommission für Staatsangelegenheiten Kim Jong Un

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