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4849 Christen wurden innerhalb eines Jahres getötet, das sind durchschnittlich 13 Christen pro Tag: Das ist die düstere Bilanz des Weltverfolgungsindex 2026, der am 14. Jänner veröffentlicht wurde.
Wenn Sie heute Abend zu Bett gehen, werden statistisch gesehen mehr als 13 Christen aufgrund ihrer Religion getötet worden sein. Das bedeutet, dass durchschnittlich alle zwei Stunden ein Christ wegen seines Glaubens ermordet wird...
Unsere neue Untersuchung, die vom 1. Oktober 2024 bis zum 30. September 2025 durchgeführt und am 14. Jänner als Weltverfolgungsindex 2026 veröffentlicht wurde, zeigt, dass mehr als 388 Millionen Christen aufgrund ihres Glaubens starker Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt sind.
Dieser jährliche Bericht listet die 50 Länder auf, in denen es für Christen am gefährlichsten ist, und zeichnet ein erschütterndes Bild der Gewalt gegen christliche Gemeinschaften.
So stieg zwischen 2025 und 2026 die Gesamtzahl der Christen, die aufgrund ihres Glaubens getötet wurden, von 4.476 auf 4.849 – das sind fast 373 Opfer mehr.
In den letzten Monaten wurde die Gewalt gegen Christen in Nigeria (Rang 7 auf der Liste) in den Medien thematisiert. Und das aus gutem Grund: Der Weltverfolgungsindex 2026 macht deutlich, dass Nigeria nach wie vor das gewalttätigste Land der Welt für Christen ist.
Von den weltweit 4.849 Christen, die wegen ihres Glaubens getötet wurden, starben im Jahr 2025 70 % davon, also 3.490 Christen, in Nigeria. Mit anderen Worten: Von zehn Christen, die weltweit wegen ihres Glaubens getötet wurden, wurden sieben in Nigeria getötet. Das Land führt auch mehrere andere Statistiken zu Gewalt an, beispielsweise die Zahl der entführten Christen (2.293) und die Zahl der vergewaltigten oder sexuell missbrauchten Christen (über 1000).
Die Untersuchungen von Open Doors zeigen zudem, dass sich die aktuelle Krise in Subsahara-Afrika weiter verschärft: 14 der 50 Länder, die im WVI aufgeführt sind, liegen in Subsahara-Afrika. Von den weltweit 4.849 Todesfällen im Zusammenhang mit dem christlichen Glauben im Jahr 2025 wurden 4.491 von Open Doors in Subsahara-Afrika registriert – das sind 93 % aller Fälle.
Neben den getöteten Christen verzeichnet der WVI 2026 weltweit:
Dabei ist zu beachten, dass Open Doors nur Fälle berücksichtigt, in denen Christen aufgrund ihres Glaubens oder ihrer christlichen Identität Gewalt erfahren. Unsere Zahlen basieren auf einer direkten Zählung und sind als absolute Mindestwerte zu verstehen, da viele Fälle von Verfolgung oft verborgen bleiben und nicht gemeldet werden.
Auch wenn die Zahlen ein düsteres Bild der Gewalt zeichnen, der Christen weiterhin ausgesetzt sind, dürfen wir nicht vergessen, dass hinter jeder Zahl ein echter Mensch steht. So viele Zahlen, so viele zerstörte Menschenleben.
Salamatu, eine Christin aus dem Bundesstaat Yobe im Norden Nigerias, ist eines dieser Gesichter hinter den Statistiken. Bei einem zweiten Angriff auf ihr Dorf erschoss die extremistische Gruppe Boko Haram ihren Mann und den Dorfpastor und zündete anschließend ihre Kirche an. Salamatu war gezwungen, ihr Dorf mit ihren Kindern und Enkelkindern zu verlassen. Sie wird nicht zurückkehren. »Boko Haram hat uns wissen lassen, dass sie uns umbringen, wenn wir zurückkommen« erklärt sie.
Aweis, ein christlicher Konvertit aus Somalia (Rang 2) hat sein Leben lang mit den Folgen seiner Konversion zu kämpfen gehabt: Von Morddrohungen seines Vaters bis hin zur völligen Ablehnung durch seinen Clan gibt Aweis uns einen Einblick in die emotionalen Turbulenzen und körperlichen Leiden, die hinter diesen Zahlen stehen. »[Mein Vater] sagte zu mir: ›Ich kann dich nicht daran hindern, die Bibel zu lesen. Aber wenn du Christ wirst, werde ich dich töten‹«, erzählt er.»Die Feindseligkeit und die Drohungen, denen ich ausgesetzt war, übertrafen alles, was ich mir vorgestellt hatte.«
Er erinnert uns daran, dass hinter jeder Statistik Menschen stehen, die dieselben Hoffnungen und Träume haben wie alle anderen Menschen auch. Hoffnungen wie ein Leben in Frieden, eine sinnvolle Arbeit, ein besseres Leben für ihre Kinder und die freie Wahl ihres Glaubens – und das alles ohne Angst: »Meine Vision für die somalische Kirche ist, dass sie zu einem normalen und akzeptierten Teil der Gesellschaft wird. Ein Tag, an dem man seine Kinder oder seinen Ehepartner nicht mehr wegen seines Glaubens verliert. Eine Zeit, in der der Staat Christen nicht mehr wegen ihres Glaubens inhaftiert. Ich sehne mich nach diesem Tag.«
Salamatu, Aweis und Millionen anderer Christen wie sie sind der Grund, warum Open Doors die Kampagne »ARISE AFRICA« ins Leben gerufen hat. Die Gewalt in dieser Region ist unvorstellbar; es ist an der Zeit, dass die Welt nicht nur Kenntnis davon nimmt, sondern auch handelt.