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Jordanien: Schießerei in einer orthodoxen Kirche

Am Freitag, dem 23. Oktober, eröffneten drei Bewaffnete während einer Trauerprozession auf dem Gelände einer griechisch-orthodoxen Kirche im Dorf Hammoud in der jordanischen Provinz Karak das Feuer. Neun Menschen wurden getötet, fast 40 weitere verletzt.

Update – 29. Oktober 2026

Am 26. Oktober wurden drei Verdächtige festgenommen. Die Ermittlungen laufen weiter. Die Behörden sprechen von einem terroristischen Anschlag, ohne jedoch bislang ein Motiv ermittelt zu haben. König Abdullah II. besuchte noch am selben Tag die Familien der Opfer und versprach, dass Gerechtigkeit walten werde. Vor Ort steht die Gemeinde weiterhin unter Schock. «Niemand hätte erwartet, dass so etwas in einer Kirche passiert», sagt ein Überlebender. Einem Verletzten gelang es, die Türen zu verschliessen und so etwa hundert Menschen zu schützen, die sich in die Kirche geflüchtet hatten.

Während die Gemeinde die Zahl der Opfer und Verletzten ermittelt, herrscht in der Bevölkerung ein Gefühl der Unsicherheit: «Seit der Schiesserei kann ich immer noch nicht richtig schlafen aufgrund der schrecklichen Dinge, die ich miterlebt habe», erklärte ein Überlebender.

Der vermeintlich radikale Charakter der Motive der Täter, wie er von den jordanischen Behörden dargestellt wird, wirft die Frage auf, ob sich die Christen in Jordanien noch in Sicherheit versammeln, beten und trauern können.

Unsere Partner vor Ort berichten, dass dieser Angriff insbesondere deshalb so schockierend war, weil Christen und Muslime in Karak stets friedlich zusammengelebt haben.

Es besteht dringender Handlungsbedarf, insbesondere bei der Betreuung von Menschen mit traumatischen Erfahrungen und der Unterstützung von Familien, die ihre einzige Einkommensquelle verloren haben. Beten Sie für die trauernden Familien, die Verletzten und die gesamte Gemeinschaft von Karak.

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Das Motiv für die Schiesserei in der griechisch-orthodoxen Kirche, die etwa 90 Kilometer südlich der Hauptstadt Amman liegt, bleibt unbekannt. In Karak lebt eine christliche Minderheit.

Bislang wurde noch kein Anspruch geltend gemacht, und keine bewaffnete Gruppe wurde für diesen Anschlag verantwortlich gemacht, den die jordanische Regierung als «terroristischen» Akt bezeichnet hat.

König Abdullah II. hat die Behörden angewiesen, «mit eiserner Hand» gegen das vorzugehen, was er als «Gesetzlose des Islam» bezeichnete, ebenso wie gegen jeden, der versuchen sollte, die Einheit des jordanischen Volkes zu untergraben.

Der Angriff ereignete sich, als sich Menschen zu einer Beerdigung versammelt hatten. Einige unterhielten sich vor der Kirche, als plötzlich ein Geräusch zu hören war, das wie ein knallender Motor klang.

«Plötzlich tauchten drei maskierte Männer mit automatischen Waffen auf und begannen, wahllos auf diejenigen von uns zu schiessen, die sich draussen befanden», erklärte ein Zeuge gegenüber der AP (Associated Press).

«Sie gaben sich nicht mit den ersten Opfern zufrieden. Sie kamen zurück und schiessen erneut auf alle. Sie kamen zurück, um diejenigen zu töten, die bereits getroffen worden waren», erklärte er.

Bildunterschrift: Kirche in Amman, der Hauptstadt Jordaniens (Symbolbild)

Beten wir:

  • für die Familien und Angehörigen der Getöteten und bitten Gott, ihnen in ihrer Trauer Trost zu spenden.
  • für die Verletzten, damit sie angemessene medizinische Versorgung erhalten und sich körperlich und seelisch erholen können.
  • für die örtliche christlich-orthodoxe Gemeinde und die Kirchenvertreter, die den Familien beistehen und diese Tragödie bewältigen müssen.
  • für die Sicherheit der Christen und aller Gemeinschaften in der Region, damit die Behörden, die mit den Ermittlungen zu der Schiesserei beauftragt sind, Weisheit und Sorgfalt an den Tag legen und damit die Verantwortlichen identifiziert und vor Gericht gestellt werden.