Open Doors Österreich
Girl at the mosque, Masjid Raya Baiturrahman, Banda Aceh

3 Minuten Lesezeit

Pressemeldungen

Indonesien: Christliche Studenten werden diskriminiert

In Indonesien diskriminierte ein Gymnasium seine christlichen Schüler, indem es ihnen einen Raum für ihre tägliche Morgenbesprechung verweigerte.

Am 11. Oktober wurden Dutzende christliche Oberschüler in Westjava diskriminiert. In Indonesien nehmen die Schüler in den öffentlichen Schulen am Religionsunterricht teil. Doch Charles (geliehener Vorname), ein Lehrer für christliche Religion, bekam keinen Raum für das morgendliche Treffen seiner Schüler. Dabei findet dieses Treffen seit langem jeden Dienstag und Freitag statt.

Kein Raum für christliche Treffen

Die Schüler und ihr Lehrer nutzen normalerweise einen Raum, der an diesem Morgen zu einem Lagerplatz für Schuluniformen umfunktioniert worden war. In Ermangelung einer anderen Möglichkeit, sich zu treffen, saßen die christlichen Schüler in einem Korridor. Der Lehrer bedauerte, dass es keinen Plan B gab:

»Das passiert oft. Ich wünschte, wir hätten einen Raum für regelmäßige Treffen, aber es gibt keinen... «

Einem Bericht zufolge wurde dem Lehrer mit seiner Entlassung gedroht, wenn er diese Informationen an Journalisten weitergeben würde. Der Direktor der Schule dementierte dies jedoch einige Tage später. Er beharrte darauf, dass es an seiner Schule keine Diskriminierung gebe. Er bestritt auch, dass die Schüler keinen Raum bekommen hätten.

Verschiedene Diskriminierungen an öffentlichen Schulen

Christliche Schüler und Studenten sind an öffentlichen Schulen in Indonesien häufig Ausgrenzung und verbaler Gewalt ausgesetzt. In einigen Regionen verbieten muslimische Familien ihren Kindern, mit christlichen Freunden zu spielen. Als “Ungläubige” bezeichnet, werden christliche Jugendliche manchmal von Lehrern verspottet, die sie in der letzten Reihe des Klassenzimmers sitzen lassen.

In anderen Schulen gibt es keine christlichen Religionslehrer. Christliche Schüler müssen daher islamischen Religionsunterricht besuchen, um Noten in Religionskunde zu erhalten.

Und einige Fortschritte

Im Januar 2021 wurde eine nicht-muslimische Schülerin gezwungen, in der Schule einen Hidschab zu tragen, was die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zog. Ihr mutiger Schritt hatte die Sache der Religionsfreiheit vorangebracht.

Ein weiterer Vorfall wurde von einem Christen berichtet, der Lehrer an einer staatlichen Schule ist. Endang (geliehener Vorname) berichtete, dass jeden Morgen die Asmaul Husna (geliehener Vorname) über Lautsprecher verkündet wird. Früher musste jeder christliche Schüler im Klassenzimmer bleiben, um sie jeden Tag zu hören. Seit dem Wechsel der Schulleitung können sich die christlichen Schüler jedoch in der Eingangshalle der Schule versammeln, während die Asmaul Husna verkündet wird.

Seminare, um durchzuhalten

Als Reaktion auf diese verschiedenen Diskriminierungen haben unsere Partner vor Ort geplant, christliche Lehrer vorzubereiten. Schulungen zum Thema Verfolgung werden sie in die Lage versetzen, mit diesen schwierigen Situationen richtig und auf biblische Weise umzugehen. Unsere Partner hoffen, dass dank dieser Seminare die christlichen Schüler an staatlichen Schulen in ihrem Glauben und unter guten Bedingungen unterrichtet werden können.