23.08.2019 / news

UNO-Gedenktag für Opfer religiöser Gewalt

Der 22. August wurde von der UNO zum Internationalen Gedenktag für Opfer religiöser Gewalt erklärt. Die Resolution dazu wurde im Mai verabschiedet. Diese Aktion zielt darauf ab, ein Phänomen sichtbar zu machen, das in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen hat

An diesem ersten Gedenktag liegt der Fokus auf dem Thema Gewalttaten aus religiösen Gründen. Dadurch soll eine ganz klare Botschaft vermittelt werden: Keine einzige Gewalttat lässt sich rechtfertigen, ganz gleich ob es sich um einen Einzelfall oder systematische und weit verbreitete Gewalttaten handelt.

Ewelina Ochab, die Initiatorin des Anerkennungsprozesses für diesen Tag, hält fest: «Polen und andere Staaten sind zu beglückwünschen, dass sie das Thema Gewalt aufgrund von Religion oder Glaube als ein zeitgenössisches Problem erkannt haben, das nicht vernachlässigt werden darf. Wir sind den vergangenen und gegenwärtigen Opfern dieser Gewalt sowie den zukünftigen Generationen verpflichtet.»

Die Christen sind weltweit am stärksten von religiös motivierter Gewalt betroffen, wie der jüngste unabhängige Bericht im Auftrag des britischen Außenministers Jeremy Hunt zeigt.

Die Region südlich der Sahara besonders betroffen
Nigeria ist von diesem Phänomen besonders betroffen. Mehr als 3700 Christen wurden dort zwischen November 2017 und Oktober 2018 umgebracht, d.h. 90% aller Christen, die in diesem Zeitraum weltweit getötet wurden.

Aber die Angriffe der islamistischen Gruppe Boko Haram und der Fulani Hirten richten sich zunehmend auch gegen Christen in gewissen Regionen in den Nachbarländern.

Laut lokalen Medienberichten stürmten islamische Extremisten am Abend des 29. Juli Gakara in der Region Far North in Kamerun und vertrieben die Selbstverteidigungsgruppe aus dem Dorf. Dann schleppten sie acht muslimische und christliche Frauen weg. Sie schnitten mehreren von ihnen ein Ohr ab und liessen sie wieder frei. Es ist nicht sicher, ob alle Geiseln wieder frei sind. Dieselben Boko Haram-Kämpfer sollen einige Tage zuvor Kalagari und das Dorf Doublé angegriffen und drei lokale Milizen ermordet haben.