24.05.2019 /
Sudan
/ news

Sudan: Beten wir für Kirche und Behörden

Welcher Stellenwert wird der Kirche im Sudan künftig zukommen? Das Land befindet sich in einer politischen und sozialen Übergangsphase.

Seit Monaten ist der Sudan der Schauplatz massiver Demonstrationen. Am 11. April wurde der seit 30 Jahren amtierende Präsident Omar al-Bashir abgesetzt. Eine Phase des politischen Übergangs hat für die sudanesische Bevölkerung begonnen.
Überraschenderweise hat das für den politischen Übergang verantwortliche Organ die Kirchenleiter aufgefordert, ihren Beitrag zu den geplanten Verfassungsänderungen zu leisten!

Die Christen haben diese Gelegenheit genutzt, um folgende Anliegen vorzubringen:

• dass die freie Religionsausübung garantiert wird,
• dass ihnen dieselben Rechte gewährt werden wie allen anderen sudanesischen Bürgern,
• dass ihnen alles gestohlene Eigentum zurückerstattet wird,
• dass sie im zukünftigen Aussenministerium vertreten sind.

Aber noch ist nicht alles gewonnen. Wird sich die Situation des Landes, das aktuell auf Platz 6 des Weltverfolgungsindex liegt, tatsächlich ändern? Die sudanesische Kirche bleibt vorsichtig. Der derzeitige Vorsitzende des Militärrates, Mohamed Hamdan Dagalo mit dem Beinamen Hemeti, gilt nicht als echter Demokrat. Er soll für Tausende Todesopfer in Darfur in den 2000er Jahren verantwortlich sein.

Die Vertreter der Demonstranten, die mit dem Militär verhandeln, stehen unter zunehmendem Druck. Zwar fordern die Zivilisten, die sich seit Monaten auf der Straße mobilisieren, demokratische Rechte. Doch gleichzeitig ist das Land hin- und hergerissen zwischen demokratischen und islamischen Tendenzen. Viele Sudanesen streben die Anwendung der Scharia (islamisches Recht) an.

Vor diesem Hintergrund ruft die Kirche im Sudan die Christen weltweit auf, ihr im Gebet beizustehen. Unsere Partner vor Ort unterstützen die Christen seit Jahren mit Verfolgungsseminaren und christlichen Schulen, beispielsweise in den Nuba-Bergen.