21.06.2019 /
Sri Lanka
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Sri Lanka: In tiefem Leid Gottes Trost erlebt

Am 21. April 2019 erschütterten tödliche Anschläge Sri Lanka. Neben Hotels wurden drei Kirchen angegriffen, 253 Menschen verloren als Folge der Anschläge dieses Ostersonntags ihr Leben. Tala*, einer unserer Partner vor Ort, hat die Christen besucht und berichtet:

Kevin war in der vierten Klasse. Peter liebte Kricket. Malkiya spielte Trompete. Jackson liebte Basketball. Verlini war Sonntagsschullehrerin. Ramesh war ein Gemeindeältester. Girija hatte vier Kinder. Sinthuri betete jeden Tag eine Stunde lang. Ihre Tochter Anjaleena war fünf Jahre alt

Ihre Gesichter blicken mich von einer Fahne vor ihrer Kirche herab an und auch von den schwarz-weißen Flyern, die ihre Familien verteilt haben.

Kumaran ist Pastor und trauert tief um die beiden Freunde, die er verloren hat. Aber noch mehr trauert er um seinen 12-jährigen Sohn Malkiya, der ebenfalls bei dem Angriff starb. «Wenn ich daran denke, was mit meinem Sohn passiert ist, spüre ich Schmerzen in meinem Bauch», sagt er unter Tränen. «Aber die Frage ist nicht, warum es passiert ist, nein – das werde ich nicht fragen. Es geht darum: ‚Herr, wie kann ich das durchstehen?‘»

Bei der Verabschiedung bricht der Schmerz sich Bahn und Malkiyas Mutter ruft aus: «Meine Tränen sind alle vertrocknet». Trotzdem ist für sie klar: «Ich bin nicht wütend auf Gott oder verbittert. Er hat mir zwölf Jahre geschenkt, in denen ich meinen Sohn umsorgen konnte.» Auf dem Weg nach draußen flüstert Kumaran meinem Teamkollegen zu: «Satan wurde besiegt, Bruder. Lasst uns wieder an die Arbeit gehen.»

Viele der Trauernden sind selbst noch Kinder. Die 12-jährige Dukashini verlor bei der Explosion in der Zionskirche ihre Mutter Girija. Als wir ihre Familie besuchen, sagt sie uns: «Ich bin traurig, aber ich weiß, dass meine Mutter jetzt bei unserem Vater im Himmel ist.» Ihr 16- jähriger Bruder Sujiv ergänzt: «Ich stelle Gott nicht in Frage. Ich frage ihn nicht: ‚Warum hast du meine Mutter weggenommen?‘ Sie ist jetzt bei Gott, und Gott ist bei uns.»

Konkrete Hilfe für die Christen der Zion Church
Ende Mai konnten bei einem Besuch unserer Partner in der Zion Church in Batticaloa auch neue Motorräder für sechs Gläubige gekauft werden, die beim Anschlag ihr Transportmittel verloren hatten. Unsere Mitarbeiterin Liyoni* berichtet: «Wir wurden von unserem Freund aus der Zion Church begleitet. Er führte uns zu verschiedenen Geschäften und half bei den Preisverhandlungen für die Motorräder. Aus Solidarität gaben uns zwei der Geschäftsinhaber sehr hohe Rabatte. Der Pastor und die Gläubigen sind sehr dankbar für diese konkrete Hilfe.»

* Decknamen