06.07.2020 /
Pakistan
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Pakistan: Christen erpresst, für Essen zum Islam zu konvertieren

Manche pakistanische Christen mussten sich während der Covid-19-Krise zwischen ihrem Glauben und ihrem Lebensunterhalt entscheiden.

Einem Artikel der christlichen Website »Christian Today« zufolge sind manche Christen in Pakistan derart in Not, dass sie ihrem Glauben abschwören und zum Islam konvertieren, um einen Sack Reis für die Ernährung ihrer Familien zu bekommen.

In Pakistan hat sich die Situation der Christen infolge der Covid-19-Krise massiv verschlechtert. Aufgrund ihres Glaubens an Christus haben sie keinen Zugang zu der von der Regierung verteilten Nahrungsmittelhilfe. Bereits in normalen Zeiten gehören sie zu den ärmsten und verletzlichsten Bevölkerungsgruppen. Sie gelten als Bürger zweiter Klasse und werden oft in die entwürdigendsten und am schlechtesten bezahlten Jobs verbannt. So stellen sie beispielsweise zwei Prozent der Bevölkerung des Landes, aber gleichzeitig die Mehrheit der Reinigungskräfte.

Ruf um Schutz der Minderheiten

Jetzt, mit Lockdown und Ausgangssperren, befinden sich einige in äußerster Not. »ADF International«, eine NGO, die die Religionsfreiheit in der ganzen Welt verteidigt, ruft die internationale Gemeinschaft auf, zu reagieren.

Diese Organisation gehört zu den Unterzeichnern eines Briefes an den Präsidenten der Europäischen Kommission, in dem eine Verlängerung des Mandats des Sondergesandten für Religions- und Glaubensfreiheit gefordert wird. »Wir sind mit einer beispiellosen Verletzung der Menschenrechte konfrontiert, und die Europäische Union muss stark und geschlossen reagieren. Mit ihrem Sondergesandten weist sie der internationalen Gemeinschaft den Weg, eine Mission, die wichtiger denn je ist«, heißt es in dem Dokument.