26.06.2020 /
Nordkorea
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Nordkorea: 70 Jahre Verfolgung, doch die Kirche wächst!

Die Wüste erstreckt sich über sieben Jahrzehnte, drei Generationen von Christen haben sie durchquert. Nordkorea scheint in seiner Ideologie eingemauert zu sein, aber die Kirche hat die Verfolgung überlebt. Viel mehr noch: sie wächst durch die Treue Gottes.

Das Leben von Hea Woo ist eng mit der jüngeren Geschichte ihres Landes verbunden. Vor genau 70 Jahren, am 25. Juni 1950, brach der Krieg zwischen den beiden Teilen Koreas aus. Hea Woo wurde in den 1940er Jahren geboren. Sie erinnert sich: »Unser Dorf lag an der Frontlinie, an der Grenze zwischen Nord und Süd. Die nordkoreanischen Soldaten kamen sehr schnell und forderten alle auf, wegzugehen. Meine Mutter, meine Schwester und ich bewegten uns der chinesischen Grenze zu. Wir liefen nachts und versteckten uns tagsüber vor den amerikanischen Bombern. Es dauerte zwei Monate, bis wir die Grenze erreichten. Ich hatte schreckliche Angst: Menschen starben vor Hunger, Erschöpfung oder unter den Bomben. Ich sah meinen Vater nie wieder. Er war Arzt in der Armee.«

Die koreanische Halbinsel war bereits seit 1945 geteilt: Die Vereinigten Staaten unterstützten den Süden, die Sowjetunion besetzte den Norden. Innerhalb von drei Tagen wurde Seoul von der Armee des Nordens eingenommen. Etwa 1200 Christen starben den Märtyrertod, einige wurden sogar lebendig begraben. 30 wurden umgebracht, als sie ein Kirchengebäude verteidigten; 500, weil sie ihren Glauben öffentlich bekannten. Andere wurden festgenommen und mussten wählen: Christus verleugnen oder sterben. Die Kirchen wurden gezwungen, Gottesdienste zum Sieg des Nordens zu feiern. Pastoren, die das Regime in ihren Predigten nicht priesen, wurden eliminiert. In Pjöngjang im Norden wurden die Christen hingerichtet, die auf der Seite der gegnerischen Truppen standen und sich für Religionsfreiheit einsetzten. Die Frontlinie blieb in der Mitte der Halbinsel bis zum Waffenstillstand vom 27. Juli 1953.

Eines Tages bemerkte Hea Woo, dass ihre Mutter eine Kette mit einem kleinen Kreuz trug. «Was ist das, Mama?» Schnell versteckte sie ihre Kette und sagte: »Pst, sag es niemandem!« Hea Woo wahrte das Geheimnis. »Nach vielen Jahren wurde mir klar, dass meine Mutter Christin gewesen war.«

Nach dem Krieg durfte keine der 3000 Kirchen in Nordkorea mehr für Gottesdienste genutzt werden. Die Christen standen vor der Wahl: aus dem Land fliehen, ihren Glauben geheim halten oder ihn verleugnen. Viele hielten ihn geheim. So blieben viele Kriegsüberlebende gläubig, und durch Gottes Gnade kamen auch viele ihrer Kinder zum Glauben. Hea Woo hörte zum ersten Mal von Jesus in den 1990er Jahren durch ihren Mann. Er starb im Gefängnis, sechs Monate nach seiner Verhaftung, weil er Christ war. Schlussendlich floh Hea Woo wie so viele Nordkoreaner nach China und traf Christen in einem Zufluchtshaus. »Dass ich das Evangelium annahm, dafür gibt es nur eine Erklärung: meine Mutter und mein Mann hatten für mich gebetet. Davon bin ich überzeugt«. Hea Woo wurde festgenommen und nach Nordkorea zurückgeschickt. Sie verbrachte Jahre in einem fürchterlichen Arbeitslager. Aber sie wusste, dass Gott sie nicht im Stich ließ. Sie nahm seine Stimme hörbar wahr, erlebte Heilung und konnte sogar fünf Mitgefangene zu Jesus führen.

Viele Nordkoreaner haben das Evangelium erstmals in einem Zufluchtshaus gehört. Dann haben sie die Gute Nachricht zu ihren Familien nach Nordkorea getragen und so wächst die christliche Gemeinde bis zum heutigen Tag weiter.