21.11.2018 /
Myanmar
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Myanmar: 92 Christen werden von Paramilitärs festgehalten

Christen der ethnischen Minderheiten der Wa und Lahu wurden von einer paramilitärischen Gruppe in Myanmar verhaftet. Als Gefangene mussten sie sich verpflichten, nicht mehr in den Kirchen zu beten, sondern nur noch in ihren Häusern.

In Myanmar (früher Birma (deutsch) oder Burma (englisch)) wurden Christen der ethnischen Minderheiten der Wa und Lahu von einer paramilitärischen Gruppe verhaftet. Die katholische Nachrichtenagentur UCAN berichtet, dass sie festgenommen wurden und dass sie sich verpflichten mussten, nicht in Kirchen, sondern nur zu Hause zu beten.

100 Christen aus der Wa-Gemeinschaft haben eine Garantieerklärung unterzeichnet und sind seitdem freigelassen worden, so Pastor Lazarus, Generalsekretär der Lahu-Baptistenversammlung in Kyaing Tong.

92 Lahu-Christen werden Berichten zufolge immer noch von Myanmars größter ethnischer paramilitärischer Gruppe, der United Wa State Army (UWSA), festgehalten.

Wenn die Armee der Kirche gegenübersteht

Laut einem Bericht der Chinesischen Menschenrechtsorganisation (CHRO) ist die chinesische Gemeinschaft nach wie vor bedroht durch Institutionen, darunter die Armee des Landes.

Seit dem 13. September hat die Armee Kirchen in der Gegend zerstört. Nach Angaben der Militärbehörden sind religiöse Gebäude, die nach 1992 gebaut wurden, illegal. Der Bau neuer Kirchen und der Religionsunterricht an Schulen in der Region Wa ist nun verboten.

Tun, Pastor einer kleinen Herde

Tun ist ein Bauer in den Dreißigern, der zur ethnischen Minderheit der Chin gehört, mit einer christlichen Mehrheit. Er wurde von seiner Familie auf die Bibelschule geschickt. Heute ist er Pastor einer kleinen Gemeinschaft von 10 Erwachsenen und ihren 7 Kindern aus verschiedenen Orten und ethnischen Gruppen.

Als kleine Minderheit stehen sie unter dem Druck der größeren Stämme, die wollen, dass sie ihre Identität und Religion aufgeben. Und ihre Gegner verwenden alle möglichen Strategien. Tun bezeugt: «Sonntags ruft uns der Dorfvorsteher an und arrangiert Treffen oder manchmal ein Impfprogramm für Kinder, und sie tun es genau dann, wenn wir uns auf Kirchentreffen vorbereiten, oder während des Gottesdienstes. Es ist sehr schwer. Ich wurde nicht geschlagen oder körperlich verletzt, aber ich wurde indirekt verfolgt.»

Tun möchte, dass sich seine Familie auf die Möglichkeit seiner Verhaftung vorbereitet.

Verfolgung in allen Lebensbereichen

In Myanmar sind die ethnischen Gruppen Chin und Kachin einer ständigen Diskriminierung ausgesetzt. Im Hintergrund stehen Mitglieder dieser Minderheiten, die weniger Rechte haben als andere Einwohner.

Ihr Zugang zur Bildung ist eingeschränkt, und sie werden auch bei ihrer Arbeit beeinträchtigt. Mit Billigung der Regierung. So darf beispielsweise die ethnische Gruppe der Chin kein Land für den christlichen Gemeinschaft erwerben und steht der Gewalt der Menge gegenüber, die «oft von lokalen Behörden und buddhistischen Mönchen unterstützt und sogar organisiert wird.»

Im August wurden zwei christliche Missionare, die ein kleines, überwiegend buddhistisches Dorf besuchten, um das Evangelium zu lehren, von Bewohnern verprügelt.