17.07.2020 /
Iran
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Iran: Vier Christen seit Anfang Juni im Gefängnis

Anfang Juni traten vier iranische Christen, die bisher gegen Kaution freigelassen worden waren und die zu fünf Jahren Haft verurteilt worden waren, ihre Strafe zu verbüßen.

Hossein Kadivar, Khalil Dehghanpour, Kamal Naamanian und Mohammed Vafadar erschienen am 2. Juni im Evin-Gefängnis in Teheran, um mit der Verbüßung ihrer Strafen zu beginnen. Seit Juli 2019 waren sie gegen eine Kaution von je 11.600 Euro in Freiheit. Am 28. Mai traf eine Vorladung bei ihnen ein, in der ihnen mitgeteilt wurde, dass der Zeitpunkt für das Antreten ihrer Haftstrafe gekommen sei.

Fünf Jahre Gefängnis

Sie wurden im Februar 2019 zusammen mit fünf weiteren Christen bei mehreren Razzien in der nordiranischen Stadt Rasht verhaftet und beschuldigt, «die nationale Sicherheit zu untergraben» und «den Zionismus zu fördern». Ende September wurden sie vor ein Gericht gestellt, und Mitte Oktober wurde das Urteil gefällt: Fünf Jahre Gefängnis. Sie legten Berufung ein, aber das Urteil wurde im Februar 2020 bestätigt.

Alle vier Christen mit muslimischem Hintergrund sind Mitglieder der «Kirche des Iran», einer protestantischen Denomination. Hossein, Khalil und Kamal sind verheiratet und Väter, während Mohammed ledig ist.

Mindestens 17 Christen muslimischen Hintergrunds wegen Glauben hinter Gittern

Im Iran leiden Christen mit muslimischem Hintergrund täglich. Nach der Meinung mancher Politiker verdienen sie die Todesstrafe dafür, dass sie den Islam verlassen haben. Infolgedessen werden sie beobachtet und gejagt. Persischsprachige Christen dürfen keine Kirchen besuchen, weshalb sie sich in privaten Häusern treffen und ein Netz von Hauskirchen im Untergrund bilden. Nach einem 2019 veröffentlichten Bericht, der auf ihre Lage hinweist, waren Ende 2019 mindestens 17 Christen mit muslimischem Hintergrund wegen ihres Glaubens inhaftiert, aber die Zahl der tatsächlich Inhaftierten dürfte deutlich höher sein.