31.01.2020 /
Iran
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Iran: Gebetsaufruf für eine iranische Christin

Wir rufen zum Gebet auf für die christliche Konvertitin and Aktivistin Fatemeh (Mary) Mohammadi, von der seit ihrer Verhaftung in Teheran am 12. Jänner niemand mehr gehört hat.

Die 21-jährige Fatemeh, oder Mary, wie sie sich gerne nennt, wurde schon vermehrt von den Behörden behelligt, wie wir in unserer Newsmeldung vom 26.07.2019 berichteten.

Ende Dezember 2019, als sie kurz vor einer Englischprüfung stand, wurde Fatemeh ohne Begründung informiert, dass sie von der Azad-Universität in Teheran verwiesen sei. Die Studentin führt das auf ihre früheren Verurteilungen und ihre christlichen Aktivitäten zurück.

Sie hat bereits sechs Monate im Gefängnis verbracht, weil sie eine Hauskirche besuchte. Am Tag bevor sie von der Universität ausgeschlossen wurde, hatte sie sich in einem Tweet über den Fall von zehn Christen mit muslimischem Hintergrund geäußert, die wegen ihrer friedlichen, religiösen Aktivitäten im Gefängnis sind.

Am 12. Jänner befand sich Fatemeh in der Nähe des Azadi-Platzes in Teheran, wo nach dem Abschuss des ukrainischen Flugzeugs Demonstrationen stattfanden. Sie wurde verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht. Ihre Freunde haben seither nichts über ihren Aufenthaltsort oder ihren Gesundheitszustand gehört und sind sehr besorgt.

Fatemeh ist eine der wenigen christlichen Aktivisten, die beschloss, in ihrem Land zu bleiben. Sie zögert nicht, in den sozialen Netzwerken anzuprangern, was iranische Christen täglich in Kauf nehmen müssen. Sie setzt sich für die gesetzlichen Rechte von christlichen Konvertiten im Iran ein und für die Freiheit, einen christlichen Gottesdienst zu besuchen.

Wir bitten daher um Gebet für sie, dass, wo auch immer sie sich derzeit befindet, sie sich geborgen weiß und erlebt, dass Gott sie nicht alleine lässt.

Viele Christen im Iran erleben leider dieselbe Verfolgung wie Fatemeh. Sie werden wegen ihres Glaubens stark unterdrückt. Der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte im Iran, Javaid Rehman, stellte im vergangenen Jahr fest, dass die Hauskirchen »ständig im Visier« der Islamischen Republik Iran stehen und dass »Schikanen und Einschüchterungen jeder Art leider den christlichen Konvertiten vorbehalten sind«.

Der Iran steht auf Platz 9 des Weltverfolgungsindex 2020.