03.12.2020 /
Irak
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Der Weihnachtswunsch eines irakischen Buben

Der elfjährige Fakhri (im Bild) hat für Weihnachten dieses Jahr einen Wunsch: »Ich bete, dass es in dieser Welt keine Terroristen mehr gibt, damit wir in Frieden leben können«, sagt er. Es ist das siebte Jahr, seit seine Familie aus Mossul floh, um dem selbst ernannten ­Islamischen Staat (IS) zu entkommen.


Pater Zachariah und seine Oud

Fakhri und seine Familie leben in relativer Sicherheit in Erbil, im Nordirak. Heute hat er sich mit 16 weiteren Kindern im Alter zwischen acht und zwölf Jahren in der ­Syrisch-Orthodoxen Kirche versammelt. Sie sind voller Freude. Die Kinder bereiten sich darauf vor, Weihnachtslieder zu singen. Einige spielen mit ihren Liedblättern. Andere hören geduldig zu, wie Pater Zachariah (im Bild) auf der Oud, einem birnenförmigen Saiteninstrument, probt. Der Baum, die Krippe, die blinkenden Lichter, die Musik – Weihnachtsstimmung!

Aber einige Dinge an diesem Gottesdienst und der Kirche sind weniger traditionell. Die Wände bestehen aus Aluminium­paneelen mit einem Schaumstoffkern, wie man sie normalerweise in Fabriken oder Warenhäusern findet.

Die Kinder sind in Erbil, aber ihre Heimat ist weit weg, an einem Ort, an den sich die meisten kaum mehr erinnern. Pater Zachariah sehnt sich danach, nach Mossul, das 80 Kilometer im Westen liegt, zurückzukehren. Aber Mossul ist noch immer zu gefährlich, und es gibt dort zu viele radikal-islamistische Einflüsse, um jetzt zurückkehren zu können. Also feiert er Weihnachten hier in Erbil, mit diesen Kindern und ihren ­Familien, zum siebten Jahr in Folge.

Der Chor singt wunderschöne Hymnen mit einzigartigen Melodien und Rhythmen, die auf dem östlichen Ritus basieren. Sie mögen nicht allen Christen überall bekannt sein, »Halleluja« aber singen Christen auf der ganzen Welt!

Seit diese in Erbil angekommen sind engagieren sich die lokalen Partner von Open Doors für Kinder und ihre Familien, die zur Flucht vor dem IS gezwungen waren – zuerst mit Nothilfe und kinderfreundlichen Räumen, später mit Trauma­behandlung, Bildung und Unterstützung der Eltern bei der Gründung von Kleinunternehmen. Ihre Unterstützung und Gebete machen diese Arbeit möglich.

Außerdem sollen diese Kinder tragfähige christliche Wurzeln erhalten. Die Kinder singen christliche Lieder und lernen die ursprüngliche syrische Sprache – eine Sprache, die eng mit dem von Jesus gesprochenen Aramäisch verwandt ist. Sie haben eine Sonntagsschule, die teilweise auch während der Schulferien stattfindet; dort lernen sie biblische Geschichten und haben einen »Buchclub«, wo die Kinder eine Kinderbibel erhalten oder andere Bücher aus der Bibliothek lesen, die durch Ihre Unterstützung ausgestattet wurde.

Magazin Dezember 2020 – Auszug