25.09.2020 /
Laos
Myanmar
Bhutan
Sri Lanka
/ news

Buddhistische Welt: Verfolgung, die immer weniger »friedlich« ist...

Ihnen wird vorgeworfen, die «soziale Harmonie» zu beeinträchtigen. In mehreren südostasiatischen Ländern verschärft sich die Lage der Christen mit buddhistischem Hintergrund.

In den Strassen von Vientiane, Mandalay oder Thimphu ertönen Litaneien, Gongs, die Geister der Vorfahren werden angerufen. Mönche gehen im Licht der aufgehenden Sonne voran, Gläubige reichen ihnen Reis dar. Die Tempel erstrahlen in goldenem Glanz, der Duft von Weihrauch schwebt in der Luft. Eine Welt des Friedens? Ein Pastor aus Bhutan äussert sich: «Man sagt, der Buddhismus sei friedlich. Das ist wahr bis zu einem gewissen Grad. Aber wir werden verfolgt, wenn auch auf friedliche Weise.»

Aus Sicht der Buddhisten stört die Anwesenheit von Christen oder anderen Minderheiten die «soziale Harmonie», weil sie die Traditionen nicht einhalten. Einer unserer Partner berichtet, dass im Norden von Laos drei christliche Familien aus ihrem Dorf vertrieben wurden; die Dorfbewohner hatten Angst, ihre Anwesenheit könnte ihre Gottheiten verärgern. Ein Pastor erklärt: «In gewissen buddhistischen Gesellschaften werden die Christen als Fluch angesehen. Aus einer eher politischen Sicht wird den Christen vorgeworfen, die Kultur des Landes zu zerstören.»

Mit der Zunahme des Nationalismus wird die Identität der Menschen hauptsächlich durch die Religionszugehörigkeit bestimmt. Also wachen die buddhistischen Anführer eifersüchtig über ihren Anhängern und nehmen vor allem die Jugend ins Visier. Der Pastor beobachtet eine zunehmend feindselige Haltung: «Buddhistische Mönche stacheln die Bevölkerung auf, sich den Christen zu widersetzen, die ihren Glauben offen ausleben und ihn aktiv bezeugen.»

Die Christen werden oft diskriminiert und abgelehnt. Das hat auch Pastor Vungh* aus Myanmar festgestellt. Die Christen, die er unterstützt, klagen: «Das Leben ist hart! Wir können unsere Holzkohle und unser Brennholz nicht verkaufen. Wir haben nicht genug Geld, um Reis zu kaufen.»

Ehemalige Buddhisten, die Christen geworden sind, werden regelmässig von den Behörden verhaftet. Oft werden sie von ihrer Gemeinschaft abgelehnt. Ihre Familien schlagen sie, grenzen sie aus, bringen sie um ihren Besitz. Trotzdem hält die überwiegende Mehrheit an ihrem Glauben fest. Sie haben nicht nur die Gewissheit ihres Heils in Jesus, sie halten auch an dieser Verheissung fest: Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Himmelreich.

Die Kirche in Laos, Myanmar, Bhutan und Sri Lanka ist lebendig und wächst. Unsere Partner vor Ort schulen die Familien, damit sie der Verfolgungen besser standhalten können. Open Doors stärkt diese Christen mit Ihrer Hilfe und durch die Gnade Gottes durch biblische Schulung und sozio-ökonomische Projekte. So erfahren sie den wahren Frieden Gottes und werden zu Zeugen in ihrem Umfeld inmitten der buddhistischen Welt, die ihnen zunehmend feindlich begegnet.

*Deckname