15.10.2019 /
Algerien
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Algerien: Wird die größte Kirche des Landes bald geschlossen?

Die evangelische Kirche in der Stadt Tizi Ouzou, die größte in Algerien, hat einen Schließungsbeschluss erhalten, der morgen, Mittwoch, 16. Oktober, in Kraft tritt.

Sie ist die größte protestantische Kirche Algeriens. Wenn sie geschlossen würde, wäre sie die 15. Kirche werden, die innerhalb von rund zwei Jahren im Land geschlossen würde.

Trotz der Appelle und Proteste algerischer Christen setzen die algerischen Behörden ihre Welle von Kirchenschließungen fort. Bereits im September wurden drei Gotteshäuser geschlossen.

Inspektionsbesuche und Vorladungen

Mehrere tausend Gläubige wurden seit Ende 2017 ihres Gotteshauses beraubt, während die algerischen Behörden Inspektionsbesuche in allen Kirchen des Verbandes protestantischer Kirchen EPA durchgeführt haben.

Darüber hinaus werden Kirchenführer regelmäßig auf die Polizeistation oder vor den Richter gerufen oder wegen «Proselytismus» zu hohen Geldstrafen verurteilt.

Algerische Protestanten des Extremismus beschuldigt

Die arabischsprachige Zeitung «El Khabar» veröffentlichte im September 2019 einen Artikel, in dem sie sich auf einen Brief der Nationalen Sicherheitskommission bezog, in welchem sie EPA-Beamte als «Extremisten» bezeichnete und sie beschuldigte, «politische Aktivitäten zu unternehmen», «destruktive Ideen zu vermitteln» und «ihre feindlichen Pläne mit Unterstützung ausländischer Parteien weiterzugeben».

Schwelle überschritten

In ihrer Pressemitteilung vom 17. September 2019 schreibt die EPA, dass die Schwelle des Unerträglichen überschritten wurde. Die EPA stellt fest, dass trotz der Demonstrationen und Veränderungen, die derzeit im Land stattfinden, die Kirchen immer noch ins Visier genommen und die Christen verfolgt werden. Sie fordert die Behörden ihres Landes auf, die Grundrechte (einschließlich des Versammlungsrechts) aller algerischen Bürger zu gewährleisten und die Kirchen wieder zu entsiegeln.