Nachrichten Europa | 14 Januar 2021
Über 340 Millionen Christen wurden 2020 stark verfolgt: vergessen wir sie nicht!

Der Weltverfolgungsindex 2021 zeigt es deutlich: Der Druck auf christliche Minderheiten hat weltweit zugenommen. Grund dafür ist die verstärkte staatliche Überwachung in China, die Radikalisierung des Hindu-Extremismus in Indien, der Islamismus in Subsahara-Afrika und die Covid-19-Pandemie. Es sind auch Verbesserungen zu verzeichnen, zum Beispiel im Sudan. Über 309 Millionen Christen werden in den Top 50 Ländern verfolgt. Über 340 Millionen weltweit.

 

 
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Der am Mittwoch, 13. Jänner, von Open Doors veröffentlichte Weltverfolgungsindex 2021 zeigt, dass der Druck auf die christlichen Minderheiten im vergangenen Jahr zugenommen hat. Neben der Covid-19-Pandemie, die ihre Lebensbedingungen erschwert hat, ist die Verschlechterung auf folgende Gründe zurückzuführen: verstärkte staatliche Überwachung in China, Radikalisierung des Hindu-Extremismus in Indien und Islamismus in Subsahara-Afrika.

Der Weltverfolgungsindex, Maßstab der Verfolgung von Open Doors seit 1992, listet die 50 Länder auf, in denen der christliche Glaube am meisten bekämpft wird. Im Jahr 2020 litten allein in diesen 50 Ländern mehr als 309 Millionen Christen unter Verfolgung und Diskriminierung, die als »extrem« oder »sehr hoch« eingestuft wurde.

Indexkarte ausschließlich in Rot und Orange

»Erstmals in der Geschichte des Weltverfolgungsindex weisen alle 50 Länder nicht nur ein hohes, sondern ein sehr hohes oder extremes Ausmaß an Verfolgung auf – trauriger Höchstwert einer jahrelangen Entwicklung, der alle Bemühungen um Schutz und Hilfe für religiös Verfolgte kein Ende setzen konnten«, konstatiert Kurt Igler, Leiter von Open Doors Österreich.

Wenn man alle Länder einbezieht, in denen Christen diskriminiert werden (>74), sind es insgesamt über 340 Millionen Christen, die Verfolgung erleben, d.h. 1 von 8 Christen weltweit. 

Die gefährlichsten Länder für Christen

Nordkorea steht einmal mehr an der Spitze des Weltverfolgungsindex, was seit 20 Jahren der Fall ist. Danach folgen Afghanistan, Somalia, Libyen, Pakistan, Eritrea, Jemen, Iran, Nigeria, Indien, Irak und Syrien. 

China: Die Christen sind Opfer des »Sozialkredit«-Systems

Die Kontrolle des chinesischen Regimes verstärkt sich. Das Land ist im Index innerhalb von zwei Jahren vom 27. auf den 17. Platz aufgestiegen. Das »Sozialkredit«-System zielt auf die Christen ab, die gegen die Regeln der Kommunistischen Partei verstoßen. Die Einführung dieses Systems hat den Druck sowohl auf registrierte als auch auf nicht registrierte Kirchen erhöht. Allein im Jahr 2020 wurden mindestens 3080 Kirchen und zu religiösen Zwecken genutzte Räumlichkeiten geschlossen, angegriffen oder zerstört. 

Die Covid-19-Pandemie verstärkt die Ausgrenzung

In vielen Ländern Asiens und Afrikas wurden Christen bei der Verteilung von Hilfsgütern der Regierung während der Pandemie massiv diskriminiert. In Indien berichteten 80 % der über 100.000 Christen, die von den Partnern der Hilfsorganisation Open Doors Hilfe erhielten, dass sie wegen ihrer Religionszugehörigkeit von den staatlichen Programmen für Lebensmittelverteilung ausgeschlossen wurden.

Gewalt in Indien 

Unter der hindu-nationalistischen Regierung des indischen Premierministers Modi (Platz 10) bleibt die Gewalt extrem hoch. Die Zahl der gewalttätigen Angriffe gegen Christen hat sich seit 2014 verfünffacht. Regelmäßig fallen wütende Mobs über Kirchen her und greifen christliche Familien in ihren Dörfern an.  

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