07.04.2017 /
Nordkorea
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Nordkorea: Begegnung mit Jesus trotz Propaganda

Es vergeht kein Tag, ohne dass über das Nuklearprogramm von Nordkorea berichtet wird. Über die Agenda, die die nordkoreanischen Behörden verfolgen, um die Kirche im Land auszulöschen, wird hingegen kaum gesprochen. Dennoch finden immer wieder Nordkoreaner zu Jesus.

Die Spannungen haben auf der koreanischen Halbinsel in den vergangenen Tagen zugenommen. Der Abschuss von ballistischen Raketen könnte eine Verschärfung der internationalen Sanktionen gegen Nordkorea nach sich ziehen. Im Land selbst läuft die anti-westliche und anti-christliche Propaganda auf Hochtouren.

In Nordkorea wurde schon vor langer Zeit ein gesellschaftliches Klassensystem namens «Songbun» eingeführt, nach dem die Bevölkerung in drei Gruppen unterteilt ist: die Loyalen (28%), die schwankend (45%) und die feindlich Gesinnten (27%). Wobei die Christen letzterer Gruppe zugerechnet werden.

Das nordkoreanische Regime fürchtet sich vor den Christen und führt einen unbarmherzigen Krieg gegen sie. Mit Ausnahme des Personenkults um den «grossen Führer» Kim Jong-Un ist jede Art der Glaubensbekundung strengstens verboten. Der Druck ist so gross, dass die nordkoreanischen Christen es sogar vermeiden, mit ihren eigenen Kindern von Gott zu sprechen. Jeglicher Fehltritt kann die Verhaftung, Internierung oder sogar den Tod bedeuten.

Dennoch finden immer wieder Nordkoreaner zu Jesus. Erst nach der Hinrichtung ihres Onkels hat Myoung-Hee* (Bild) erfahren, dass einige ihrer Familienmitglieder Christen sind.

Dieses Geheimnis behielt sie für sich, interessierte sich aber nicht für den Glauben. Als Studentin wurde ihr dann klar, dass ausserhalb Nordkoreas eine völlig andere Welt existiert. Sie floh alleine nach China: «Da wurde ich von Menschenhändlern aufgegriffen und einem Chinesen verkauft. Meine Schwiegermutter lebte mit uns und verliess insgeheim abends jeweils das Haus. Einmal bin ich ihr gefolgt: sie nahm an christlichen Versammlungen teil!»

Myoung-Hee bekehrte sich. Ihr grösster Wunsch war es, diese Nachricht ihrer Familie in Nordkorea mitzuteilen. Aber beim Überqueren der Grenze wurde sie festgenommen und inhaftiert. «Mir blieben nur zwei Möglichkeiten: meinen Glauben aufzugeben oder standhaft zu bleiben. Ich hielt dank meines Glaubens durch. Eines Nachts gelang mir dann die Flucht und ich konnte zu meiner Familie zurückkehren. Zum ersten Mal konnten wir Gott gemeinsam loben!», erzählt uns Myoung-Hee. Dann kehrte sie zu ihrem Mann und ihrem Sohn nach China zurück. Heute leben alle drei in Südkorea und sind Christen.

*Deckname