02.12.2016 / news

Komoren: Christen müssen schweigen und sind doch Zeugen Jesu

Wie findet man zu Jesus, wenn das Evangelisieren verboten ist? Titus* auf den Komoren kam dank dem Vorbild seiner christlichen Freunde zum Glauben.

Titus stammt aus einer streng muslimischen Familie. Seine Gebete zu Allah, um ins Ausland reisen zu können, blieben unerhört. So begleitete ihn seine Mutter zum Marabut, der das Problem zu lösen versprach.

»Der Zauberer stimmte Gesänge an und forderte mich auf, meine Augen zu schließen und ihm zu beschreiben, was ich sah. Da ich nichts sah und die Zeit verging, sagte ich ihm schlussendlich, ich sehe in der Ferne einen Schmetterling. Der Marabut folgerte daraus ganz aufgeregt, dass ich in der Zukunft ein wichtiger Mann sein und meinen Aufschwung wie ein Schmetterling nehmen werde. Ich ging weg und beschloss, nie wieder einem Scharlatan zu vertrauen«, erinnert sich Titus.

Er fährt fort: »Ich hatte zwei Freunde, Ahmed* und Abdullah, die sich von anderen Bekannten unterschieden. Sie waren großzügig und aufmerksam ihren Mitmenschen gegenüber und logen nie. Die Leute rieten mir, mich von ihnen fern zu halten, weil sie Christen seien. Sie galten deswegen als unrein, verloren, unsinnig, als Heiden. Aber ihr Verhalten weckte meine Neugier und ich wollte mehr erfahren. So habe ich mich unauffällig für Jesus entschieden, ohne meiner Familie davon zu erzählen – sonst würde ich möglicherweise herausgeworfen!«

Drei Tage später brannte sein Haus nieder und Titus verlor all sein Hab und Gut. »Ahmed und Abdullah waren die Einzigen, die mir halfen. Sie beherbergten mich, gaben mir Kleider, zu essen und etwas Geld für einen neuen Start. Ich sah in ihnen den wahren Charakter Jesu, das hat mich sehr ermutigt. Ihr Beispiel hat mich zu Jesus geführt, deshalb will ich nun auch andere zum Herrn führen«, erklärt Titus.

Die Komoren sind seit über zehn Jahren im Weltverfolgungsindex vertreten und liegen zurzeit auf Platz 39. Zwar kennt das Land politische Stabilität und Modernisierung, doch der Vormarsch des radikalen Islam beunruhigt die 4000 komorischen Christen, vor allem jene mit muslimischem Hintergrund.

*Decknamen