15.07.2016 /
Kolumbien
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Kolumbien: Waffenruhe, welche Auswirkung auf die Kirche?

Wird der Waffenstillstand, den die Regierung mit den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) vereinbart hat, der Gewalt gegen die Kirche ein Ende setzen? Reaktionen.

Havanna, 23. Juni 2016, ein historischer Moment. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos und der Leader der FARC, Timoleon Jimenez, reichen sich nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandes die Hand. Wird dieses Abkommen positive Auswirkungen auf die Christen haben?

Dieser Abnutzungskrieg hat in der kolumbianischen Gesellschaft seit 1964 tiefe Spuren hinterlassen mit 220'000 Toten und sieben Millionen Vertriebenen. Wer Verantwortung im öffentlichen, im Vereins- oder Kirchenleben innehatte, musste mit der Gewalt der FARC rechnen. Die Christen bezahlten einen hohen Preis, waren sie doch der Gewalt bewaffneter Gruppen ausgesetzt, die Pastoren ermordeten, Kirchen zerstörten, Kirchgemeinden erpressten, Leiter entführten und Kinder zwangsmässig als Soldaten rekrutierten.

«Es braucht ein klares Zeichen, damit das unterzeichnete Abkommen nicht bloss ein symbolischer Akt bleibt. Die Guerillakämpfer müssen ihre Waffen abgeben und öffentlich zerstören. Die Bevölkerung will die Auswirkungen des Waffenstillstands sofort sehen», erklärte der Erzbischof von Tunia.

Die Christen fühlen sich nach wie vor bedroht. Die Herausforderung liegt darin, klarzumachen, dass die Kirche in Kolumbien weiterhin von kriminellen Banden und den Drogenkartellen bedroht ist: «Anders als für Gewerkschafter oder Politiker sieht der kolumbianische Staat keinen Schutz für jene vor, die ihren Glauben ausüben», berichtet ein Beobachter vor Ort. «Open Doors will auf die Bedürfnisse der verfolgten Kirche eingehen. Den Kindern der ermordeten Pastoren, ihren Ehefrauen und all jenen, die Gewalt erlitten haben, soll endlich Gerechtigkeit widerfahren. Sie verlangen, dass die Wahrheit ans Licht kommt und dass die Märtyrer der Kirche nicht aus dem kollektiven Gedächtnis des Landes gelöscht werden.»

(Bild: ein kolumbianischer Pastor)