10.04.2015 /
Kenia
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Kenia: «Vater, vergib ihnen!»

Der bewegende Brief von Ciku Muriuki, einer in Kenia bekannten Radiomoderatorin. Als Christin richtet sie über einen UKW-Sender eine Botschaft der Vergebung an die Al-Shabab Terroristen.

Am Tag nach der Ermordung von 148 Studenten in Garissa wurde auf dem kenianischen Sender Nations Radio FM eine eindrückliche Botschaft an die Attentäter ausgestrahlt:

«Geschätzte Al-Shabab,Ihr habt euch zum Tod von 148 Studenten bekannt. Zwar empfinde ich Trauer für all jene Familien, denen ihre Lieben genommen wurden, aber ich bin nicht traurig für die Opfer. Ich nehme an, dass ihr für diesen Anschlag absichtlich die Osterzeit gewählt habt, in der Jesus sein Leben für uns und auch für euch gab. Vielleicht macht ihr euch darüber lustig… und ihr wärt nicht die ersten, die dies tun.

An diesem Tag beschimpfte ihn eine wütende Menschenmenge, machte ihn lächerlich und forderte sein Blut. Römische Soldaten spuckten ihm ins Gesicht, schlugen ihn, setzten ihm eine Dornenkrone auf und nagelten ihn grausam an ein Kreuz. Obwohl sie seine Wunder gesehen und seine Botschaft gehört hatten. Warum so viel Grausamkeit? Jesus sah seine Mörder an und sagte: «Vater, vergib ihnen.» Niemand hat Jesus getötet; er hat sein Leben freiwillig hingegeben. Er hat den höchstmöglichen Preis bezahlt für unsere Sünden, die wir absichtlich oder unwissentlich begehen.

Jesus ist auch für euch gestorben, die ihr meine christlichen Brüder und Schwestern umgebracht habt. Ich vergebe euch. Ja, ihr habt mich richtig verstanden: ich vergebe euch. Genauso wie euer Herz von Hass erfüllt ist, will ich mein Herz wie Jesus mit Liebe erfüllen. Ich bin nicht in Trauer, sondern voller Freude. Denn Jesus ist zwar gestorben, danach ist er aber auferstanden. Genauso werden die Studenten auferstehen, die ihr ermordet habt. Denn das ewige Leben ist denjenigen verheissen, die an Ihn glauben. Eure Absicht, den Christen Ostern zu verderben, hilft mir, den wahren Sinn von Ostern zu erkennen: Christus ist am Kreuz gestorben für euch, für eure Errettung, wenn ihr umkehrt.»

148 Studenten, mehrheitlich Christen, wurden am Donnerstag 2. April beim Angriff der somalischen Islamisten von der der Al-Kaida nahestehenden Al-Shabab-Miliz auf die Universität von Garissa getötet. Die Stadt Garissa liegt 150 km von der somalischen Grenze entfernt.

Open Doors Mitarbeiter vor Ort haben bereits begonnen, die Familien der Attentatsopfer und die Verletzten zu besuchen.

(Bild: Studentin, eine der 80 Verletzten des Angriffes)