01.07.2016 /
Kasachstan
/ news

Kasachstan: Erneute Einschränkung der Religionsfreiheit

Nach einem tödlichen Angriff, der kürzlich stattgefunden hat, will die Regierung die Versammlungsfreiheit nochmals stärker einschränken. Die Christen befürchten, zu Nebenopfern zu werden.

Am 5. Juni, dem Vorabend des Ramadan, haben Männer Waffen entwendet, um anschliessend in der Stadt Atyrau eine Militärkaserne anzugreifen. Dabei wurden 25 Personen getötet und Dutzende weitere verletzt. Damit ist dies der blutigste Tag, seit Kasachstan 1991 unabhängig wurde. Nach diesem terroristischen Anschlag, für den wahrscheinlich islamische Extremisten verantwortlich sind, haben die Behörden den Druck auf alle religiösen Gruppierungen erhöht, auch auf die Christen.

Der Präsident des staatlichen Ausschusses für religiöse Angelegenheiten, Galym Shoykin Nurmagambetovich, hat daraufhin erklärt, dass die Regierung zurzeit an der Überarbeitung der Gesetze arbeitet, die das Versammlungsrecht von religiösen Gruppierungen im Land regeln. Diese wurden bereits 2015 verschärft. Danach sind jegliche Versammlungen religiöser Art, die ausserhalb der offiziell dafür vorgesehenen Gebäude abgehalten werden, also auch in Privathäusern oder -wohnungen, untersagt.

Die Christen, die nicht der russisch-orthodoxen Kirche angehören, sind schon jetzt im Alltag Diskriminierungen ausgesetzt und müssen nach diesen Ereignissen zweifellos mit noch grösseren Schwierigkeiten rechnen. Zudem schwebt die Bedrohung radikal-islamischer Gruppierungen ständig über ihnen.

Ein Pastor aus Kasachstan erläutert die Folgen der Einschränkungen: «Die abgelehnten Registrierungsgesuche haben bereits zur Schliessung der Hälfte der Kirchen geführt. Wenn sich die Christen nicht mehr in privaten Räumlichkeiten versammeln dürfen, werden sie sich entweder den offiziellen Kirchen zuwenden oder endgültig in den Untergrund verdrängt. Den Pastoren bleibt keine andere Wahl, als die Versammlungen im Geheimen abzuhalten, wobei sie riskieren, festgenommen und ins Gefängnis geworfen zu werden.»

(Bild: Versammlung einer Untergrundkirche)