04.07.2016 /
Iran
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Iran: Maryam Nagash zurück im Gefängnis

Staatsanwaltschaft bricht medizinische Behandlung der Christin vorzeitig ab

Am 27. Juni musste Maryam Nagash Zargaran zurück ins Evin-Gefängnis, wo sie derzeit eine vierjährige Haftstrafe verbüßt [Open Doors berichtete]. Die etwa 39-jährige Christin muslimischer Herkunft war wegen ihrer Aktivitäten in Hauskirchen verurteilt worden. Bereits bei ihrer Verhaftung litt sie an Herzproblemen, jüngst kamen Übelkeit, starker Gewichtsverlust sowie Kopfschmerzen dazu, sehr zur Sorge ihrer Familie.

Ihre medizinische Versorgung wurde von Haftbeginn an seitens der Behörden verweigert oder erschwert, obwohl sie um die Krankheit von Maryam wussten. Am 27. Mai trat sie in Hungerstreik, was dazu führte, dass ihr am 6. Juni medizinische Behandlung außerhalb des Gefängnisses gewährt wurde. Nur für sehr kurze Zeit, wie sich nun zeigt. Das Gericht bestand darauf, dass sie ins Gefängnis zurückgebracht wurde, obwohl ihr Gesundheitszustand nicht stabil ist.

Zahlreiche Christen befinden sich wegen ihres Glaubens in Haft

Robert Duncan von Middle East Concern beschreibt die derzeitige Situation im Iran wie folgt: 'Wir sollten uns im Gebet stark auf eine bestimmte Entwicklung konzentrieren: Der Druck auf Christen geschieht nicht vorwiegend durch offene Gewalt und Verhaftungen, sondern durch das Verbreiten von Furcht und durch Einschüchterung. Die Razzien in Hauskirchen sind rückläufig, dafür aber werden Christen zu Verhören einbestellt. So wird auf Christen Druck ausgeübt, das Land zu verlassen. Und wenn Personen verhaftet und verurteilt werden, wird die Kaution so hoch festgesetzt, dass sie eine Familie in den Ruin treiben kann.'

Aus Sicherheitsgründen ist es derzeit nicht möglich, über bestimmte Gefangene zu berichten. Seit April 2015 wurden jedoch etwa 80 Christen verhaftet, einige von ihnen nach mehreren Tagen oder Wochen und Monaten – in Einzelfällen auch Stunden – wieder auf freien Fuß gesetzt, oftmals auf Kaution.

Open Doors wird die Liste der derzeit inhaftierten Christen aktualisieren, sobald dies möglich ist, ohne einzelne Personen zu gefährden.

Auf dem Open Doors Weltverfolgungsindex belegt der Iran aktuell Platz 9.